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Eingesandt:  Leserbrief

Wir wünschen mehr davon

Zur Berichterstattung über die Berset-«Blick»-Affäre

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der«Blick» während der Corona-Pandemie schon mehrmals vor den offiziellen Pressekonferenzen des Bundes «wusste», dass die Schweiz den Impfstoff kriegt, welche Impfstoffverträge nächstens unterschrieben werden, wie hoch der Beschaffungskredit der Covid-Impfstoffe ist, mit welchen Pharmakonzernen diese abgeschlossen würden und wann Kontaktbeschränkungen oder andere Massnahmen ändern würden.

Und wenn ein Staatsmedium mehrmals vorzeitig vor den offiziellen Pressekonferenzen «weiss», was unsere Regierung beschliesst und insgesamt sehr wohlwollend darüber medial berichtet, dann haben Staatsmedien die Staatspropaganda der Politiker unterstützt und mit umgesetzt. Und jeder Journalist lernt: Staatsgetreue Berichterstattung ist ein Hohn für jeden investigativen Journalismus.  

Wenn Bersets Kommunikationschef Peter Lauener bei der Einvernehmung (gemäss Protokoll) 204-mal sagt, dass er «nichts sagt», und Alain Berset bei seiner Einvernahme vier Tage später sagt, dass er es «nichts weiss» und er «keine Stellung» dazu beziehen würde, dann zeigt sich hier wohl gerade die Spitze des Eisbergs; denn die «Leaks» sind nicht das Einzige: Immerhin hat Berset auch eine Strafanzeige wegen Falschaussage zum Covid-Zertifikat zu bewältigen.

Und wenn Zeitungen wie der «Bote der Urschweiz» nun differenziert über die geheimen Corona-Protokolle berichten, dürfen wir Leser wohl darauf hoffen, dass der kritische Journalismus gerade zum Beispiel mit diesem Artikel wieder zu uns Lesern zurückkehrt, dessen Untergrabung viele Staatsmedien zuvor zum Opfer fielen. Wir bedanken uns also dafür, wir haben ihn mit grossem Interesse gelesen und wünschen uns mehr davon.

Denn schliesslich zahlen wir mit unseren Steuergeldern eben nicht für vorgefertigte Staatspropaganda im Sinne des Establishments. Gerade investigativer und kritischer Journalismus wäre in den letzten drei Jahren dringend in der Berichterstattung rund um die Covid-Pandemie nötig gewesen – und zwar in der Medizin, der Wissenschaft, der Politik und in den Staatsmedien. Gratuliere allen, die dieses Credo gelebt haben und leben.  

 

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