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Eingesandt:  Leserbrief

Wertschätzung für die Ersthelfer

Zu: «Sie wollen Leben retten, dürfen aber nicht».

Kurze Vorstellung von mir: Ich setze mich seit mehr als 20 Jahren für die Erste Hilfe im Dorf und in der Umgebung ein. Mit Vorstandsarbeit und als IVR-, SRC- und SGS-zertifizierte Kursleiterin, als Mitglied des Sanitätsdienstlichen Einsatzelements (SEE) und bis vor Kurzem als First Responder. Alle wollen eine möglichst schnelle und kompetente Erstversorgung, und niemand will mehr sterben.

In allen Gemeinden geht es bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zu lange, bis der Rettungsdienst vor Ort ist. Mit jeder Minute nimmt die Überlebungschance um 10 Prozent ab, wenn keine Ersthelfer mit den richtigen Massnahmen starten und alarmieren. Das kann übrigens jeder in einem BLS-AED-Kurs erlernen. Statistisch gesehen, passieren die meisten Vorfälle zu Hause oder in den Ferien.

Wir leben in einer Zeit, da niemand mehr selbst schuld ist. Wenn es schiefläuft, wird immer eine schuldige Person gesucht. Alle First Responder, Mitglieder des SEE und Aktivmitglieder von Sanitäts-/Samaritervereinen sind keine Laien mehr. Bei uns gilt nicht mehr der Grundsatz, «nur Nichtstun ist falsch». Wenn wir auf der Hinfahrt zu einem Einsatz einen Unfall bauen (es pressiert ja immer) oder bei unseren lebensrettenden Massnahmen einen Patienten angeblich verletzen oder falsch behandeln und deswegen verklagt werden, brauchen wir eine Personen-Haftpflichtversicherung.

Die Gemeinde, der Kanton oder von mir aus der Bezirk kann dieses kleine finanzielle Versicherungsproblem noch lange hin und her schieben. Irgendwann sind alle Ersthelfer informiert, und keiner ist blöd genug, sich noch als First Responder oder bei der örtlichen Feuerwehr als SEE zu engagieren ohne Versicherungsdeckung.

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