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Eingesandt:  Leserbrief

Steuergelder für Burggeist-Projekt?

Zum Traktandum 5 der Bezirksversammlung: «Umwandlung des Darlehens an die Luftseilbahn Obergschwend–Rigi Burggeist AG in Aktien»

Die in Unterbilanz geratene Luftseilbahn Obergschwend-Rigi Burggeist AG beabsichtigt, nebst der Bahnerneuerung, auch den Neubau einer Lodge mit Gastrobetrieb und Appartements – insgesamt ein 12-Mio.-Franken-Projekt. Die Aktionäre haben der Strategie zugestimmt. Nennenswerte Investoren gibt es noch keine.

Der Bezirk hat der AG vor 12 Jahren ein Darlehen von 700 000 Franken gewährt, mit der Absicherung durch Grundpfand- und Kaufrecht. Uns Stimmbürgern wird nun vorgeschlagen, das Darlehen in Aktien umzuwandeln, die Sicherheiten gehen damit verloren.

Für die Umwandlung wird der Nominalwert von 285 Franken/Aktie verrechnet. Der effektive Wert der Aktien dürfte massiv tiefer liegen. Die Werthaltigkeit der 700 000 Franken teuren Aktien müsste korrigiert werden, allenfalls bleiben nach einer Wertberichtigung nur noch 100 000 Franken übrig. Somit würde in der Bezirkskasse ein Verlust von 600 000 Franken entstehen. Darüber informieren weder der Bezirksrat noch die RPK.

Ein Investment in ein Projekt mit Lodge gehört nicht in den Aufgabenbereich unseres Bezirkes. Uns Stimmbürgern muss die einfache Frage gestellt werden: Wollen wir auch in Zukunft eine Bahn auf die Rigi – mit Steuergeldern mitfinanziert? Transparent müsste aufgezeigt werden, was die Bahnsanierung kostet, wer dies in welchem Umfang finanziert und ob es zur Deckung der Betriebskosten auch noch einer Defizitgarantie des Bezirkes bedarf.

Der eingeschlagene Weg mit dem «Aktiendeal» ist gegenüber dem Bezirk falsch. Er ist auch nicht förderlich für eine positive Grundstimmung gegenüber dem Gesamtkonzept. Ein Rückzug und eine Überarbeitung der Vorlage sind dringend zu empfehlen. Wir stehen vor einer zukunftsorientierten Aufgabe für Gersau, verantwortungsvolles Handeln ist gefordert. Bahn Ja, aber nicht so!

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