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Eingesandt:  Leserbrief

Schwyzer Lehrpersonen-Löhne: Achtung, Spaltpilz!

Zu den vom Erziehungsrat vorgeschlagenen Massnahmen zur Attraktivierung des Lehrberufs

Da veröffentlicht der Schwyzer Erziehungsrat doch einen von Betroffenen und Medien viel beachteten Projektgruppenbericht «Lehrpersonenmangel /Attraktivierung Lehrberuf» mit 21 Massnahmen, wovon von der Projektgruppe 12 zur Umsetzung beantragt werden. Darunter eine «Lohnerhöhung für die Volksschullehrpersonen für 2025/26».

Der Erziehungsrat selber schlägt nun dem Regierungs- beziehungsweise dem Kantonsrat lediglich 8 Massnahmen zur konkreten Genehmigung vor. Und aus der allgemeinen Lohnerhöhung wird eine «progressiv ausgestaltete Erhöhung für Lehrpersonen mit einem Pensum von 70 Prozent und mehr». 

Dieser erziehungsrätliche Antrag hat es in sich: Nachdem der Kanton Schwyz in langwierigen Verfahren die Löhne von Real- und Sekundarlehrpersonen sowie von Kindergarten und Primarschule angeglichen hat, unter dem Motto «gleicher Lohn für gleiche Arbeit», würde dieser Grundsatz nun wieder aufgegeben. Teilzeitlehrpersonen würden zwar die gleiche Arbeit machen, aber dafür weniger entlöhnt. Es ist zu hoffen, dass der matchentscheidende grosse Lehrpersonenverband LSZ diesen Spaltpilz rechtzeitig erkennt und interveniert.

Teilzeitarbeit trägt wesentlich zur Attraktivität des Volksschullehrberufs bei – was übrigens auch die erwähnte Projektgruppe in ihrem Bericht in aller Deutlichkeit festhält. Sie neu gemäss Erziehungsrat zu bestrafen, käme einem Hornberger Schiessen gleich, indem nämlich das löbliche Vorhaben «Attraktivierung des Lehrberufs» torpediert würde.