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Eingesandt:  Leserbrief

Ostergedanken

Zu Ostern und spirituellen Räumen

Man stelle sich vor, dass es bei der Ostergeschichte «nur» um das Sterben eines herausragenden Menschen, jenes Jesus von Nazareth geht! Um den Tod eines Menschen, der die Welt veränderte, und dass wir somit alles rund um die Auferstehung einfach ignorieren können. Selbst dann verlöre die Ostergeschichte nichts von ihrer Mächtigkeit. Sie bliebe ein Sinnbild für die Aufgaben, die uns Menschen spirituell auferlegt wurden. Wir tragen Verantwortung für uns und für die Gesellschaft. Ostern ist für mich eine Zeit des Nachdenkens und des In-sich-Gehens. Dies geht am besten in der Gemeinschaft. Die Pfarreien bieten momentan noch die geeigneten Räume und Anlässe hierfür. Auch wenn die Pfarreien immer mehr irrelevant werden, weil es an Priestern mangelt und sie schon rein organisatorisch ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen können, muss die Gesellschaft aus eigenem Interesse dafür besorgt sein, dass diese spirituellen Räume weiterhin Treffpunkte für geistigen und spirituellen Austausch bleiben, auch wenn in Zukunft das Label «katholische Kirche» nicht mehr draufstehen wird. Deshalb finde ich es schade, wenn Kirchen zu Lofts usw. umgebaut werden. Der Staat darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen, und notfalls soll er die leer stehenden Kirchen kaufen und der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Wir müssen uns auf eine Zeit einstellen, in der nicht mehr kirchliche Institutionen die Seelsorge übernehmen, sondern wir alle gemeinsam, und dafür müssen die spirituellen Räume erhalten bleiben. Die gesellschaftliche Transformation betrifft alle Gebiete, also wagen wir was Neues. Jesus ist dieses Wagnis eingegangen und hat die Welt verändert.