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Eingesandt:  Leserbrief

Mit den Konsequenzen leben

Zur geplanten Steuerfusssenkung für juristische Personen in Gersau

Kauft Briefkästen! Die Reduzierung des Steuerfusses für juristische Personen ab 2023 um mehr als 50 Prozent, welche in Gersau laut angedacht ist, wird – wie stets im Leben – unter Umständen auch Nebenwirkungen haben.

In jedem Beipackzettel findet sich bei Medikamenten der Hinweis auf vorhandene Nebenwirkungen – da wäre es doch schön, wenn man dem Bürger auch solch einen Hinweiszettel öffentlich zukommen lassen würde. Man spricht von Mehrertrag an Steuern – von Erhöhung des zugezogenen Steuersubstrates – dies mag richtig sein. Die Menschen, Mitgestalter eines Dorfes, junge und ältere Bürger und Bürgerinnen von Gersau werden dies aber über den versprochenen Anstieg der Arbeitsstellen nicht spüren können. Dazu müsste man dann schon in der öffentlichen Verwaltung eine sichere Anstellung finden.

Firmen, die lediglich aufgrund des zugegebenermassen attraktiven Steuerfusses in die Republik ziehen, sind sächlich und bringen keine persönlichen, lebendigen Vorteile in eine Gemeinde. Sie bringen Steuergelder, wenn es denn so wäre! Ich frage auch nicht, wie dieses Vorhaben denn bei den «normalen» Firmeninhabern, die Arbeitsstellen geschaffen haben, ankommen wird?

Ich denke, dass man gleichzeitig diejenigen belohnen und locken muss, die ein Dorf lebendig, persönlich, sichtbar und mit Herzblut beleben können. Dies sind die Jungen und die Familien. Die haben es nämlich in diesen Zeiten auch nicht leicht. Und sie würden sich sicherlich über eine Reduzierung des Steuerfusses um mehr als 50 Prozent sehr freuen. Mehr noch, es würde eine Verjüngung stattfinden, die natürlich und gewünscht wäre. Mit Menschen, die ihr Dorf cool, schön, frisch und aktiv finden und es auch so erhalten können. Weil sie jung sind und eine Zukunft brauchen. Diese haben übrigens auch einen Briefkasten zum Befüllen!

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