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Eingesandt:  Leserbrief

Leinenzwang hat mit Bisshäufigkeit nichts zu tun

Zum Artikel «Der Leinenzwang für Hunde bleibt»

Bravo! Der Kantonsrat hat es wieder einmal geschafft, wider besseres Wissen, einen vernünftigen Entscheid zu fällen. Mit 71 zu 19 Stimmen folgte der Rat dem Regierungsrat, der keinen Grund für eine Änderung beim Leinenzwang für Hunde sah. Das öffentliche Interesse für Sicherheit, Ordnung und Gesundheit sei höher zu gewichten als die Interessen der Hundehalter, wie es im «Boten» vom 27. März zu lesen war.

Es geht eigentlich nicht um die Interessen der Hundehalter, sondern um das natürliche Bedürfnis der Hunde nach freiem und tiergerechtem Auslauf. Die vorgebrachten Argumente für den Leinenzwang sind wenig fundiert und aus der Luft gegriffen. So haben beispielsweise im Kanton Graubünden im Jahr 2022 1,9 Prozent der Hunde zugebissen, obwohl die Halteauflagen klein sind, wobei ein Drittel dieser Bisse Vorfälle zwischen Hunden waren. Im Nachbarkanton Glarus mit Leinenzwang waren es 2,3 Prozent, trotz strengerem Gesetz. Der Leinenzwang hat mit der Bisshäufigkeit rein gar nichts zu tun.

Interessant ist auch, dass der gleiche Kantonsrat/Regierungsrat für den freien Auslauf der Kühe sogar Beiträge auszahlt, damit die Tiere nicht den ganzen Tag angebunden sind und sich tiergerecht verhalten können. Die Demokratie treibt manchmal halt seltsame Blüten.