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Eingesandt:  Leserbrief

Irreführung der Bevölkerung

Zum Vorwurf, die Landwirtschaft verursache massive Umweltschäden

In der SRF-Dok «Unser täglich Fleisch – von Gülle, Jobs und Umweltschäden» wird der Landwirtschaft vorgeworfen, massive Umweltschäden anzurichten. Diese Umweltschäden stammen einerseits von einer zu intensiven Tierhaltung und einer Überdüngung in diesen tierintensiven Regionen. Einseitig werden Biologen, Fischer, und Gewässerspezialisten befragt. Mit keinem Wort wurden die Massnahmen zum Schutz der Umwelt im Luzerner Seetal angesprochen. Seit Jahren darf in diesem Gebiet nur 80 Prozent des Phosphorbedarfes der Pflanzen gedeckt werden, um den Baldeggersee vor weiteren Phosphoreinträgen aus der Landwirtschaft zu schützen.

Die Probleme des Sees sind nicht Schäden der Landwirtschaft von heute. Die Schäden sind durch eine toxische Mischung von Phosphaten in Abwaschmitteln, Industrieabwässern und der Landwirtschaft in den 1980er-Jahren entstanden. Seither werden die Seen belüftet, jedoch ist Phosphor im Wasser nicht so leicht zu entfernen. Die Mangelernährung der Pflanzen im Seetal hat ebenfalls noch nicht zu einer spürbaren Reduktion des Phosphors im Gewässer beigetragen. Jedoch verhindert die Unterdüngung mit Phosphor die Auswaschung und somit eine weitere Verschlechterung des Seeökosystems.

Wenn ein Landwirt nun mehr Tiere hält, als er auf seiner Fläche düngen darf, müssen diese Dünger zu anderen Landwirten, welche ihren Pflanzenbedarf noch nicht gedeckt haben, transportiert werden. Was bedeutet, dass die im DOK geforderte Tierzahlreduktion um 40 Prozent höchstens einen minimalen Einfluss auf die Umwelt haben würde. Dieser DOK-Film ist so einseitig und unvollständig, dass der Schweizerische Bauernverband bei der Ombudsstelle des SRF Beschwerde eingereicht hat. Ein von den Steuerzahlenden bezahltes Fernsehen hat den Auftrag, objektiv und ausgewogen zu informieren.

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