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Eingesandt:  Leserbrief

Herrengasse: Die Ausnahme

Zum Tempo-30-Verbot auf Hauptstrassen

Die Neugestaltung der Herrengasse geht in eine neue Runde. Gegen die Idee, vor der Kirche mit Bsetzisteinen und 30 km/h eine Begegnungszone mit Platzcharakter zu schaffen, erwuchs Opposition. Nun müssen neue Argumente her.

Der Kantonsingenieur führt aus, dass die Kollegischüler beim Spittel die Strasse queren müssen und beim Kapuzinerkloster die Fahrbahn infolge der Längsparkplätze sehr schmal ist. Damit Fahrzeuge sicher kreuzen können, sei auch hier eine Temporeduktion gerechtfertigt. Zuletzt wurde darauf hingewiesen, dass das Schulhaus Herrengasse an der Strasse liege.

Grundsätzlich müsste das Schulhaus Herrengasse an erster Stelle stehen, da dort Schulkinder und somit die schwächsten Verkehrsteilnehmer zu schützen sind. Die kleine Kammer stimmte kürzlich einem Vorstoss zu, der auf Hauptstrassen Tempo 50 verlangt. Tempo 30 auf den Hauptverkehrsachsen soll nur noch im Ausnahmefall möglich sein. Bei der Herrengasse handelt es sich gemäss Signalisation um eine Nebenstrasse. Vom Erscheinungsbild her weist das fragliche Strassenstück jedoch eher den Charakter einer Hauptverkehrsachse und nicht der einer Quartierstrasse auf. Jetzt wird Tempo 30 ins Auge gefasst.

Kinder im Bereiche des Schulhauses sind zu schützen. Einverstanden. Die Herrengasse muss auf dem Schulweg zum Kollegi überquert werden, und die Fussgänger sind zu schützen. Auch damit kann ich mich einverstanden erklären. Tut, was ihr nicht lassen könnt, aber denkt daran: Das Engnis beim Kapuzinerkloster wurde künstlich geschaffen. Dies nun als Argument für eine Temporeduktion heranzuziehen, ist schon etwas fraglich. Abgesehen davon wird die Fahrbahn dadurch auch nicht breiter. Ich bin gespannt, was als Nächstes kommt.

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