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Eingesandt:  Leserbrief

Grosse Versuchungen für Auszuschaffende

Zum Bundesasylzentrum Buosingen

Als Bürger der Gemeinde Schwyz und bekennender Gegner des Ausreisezentrums Wintersried wäre es einfach, zu sagen, dass der neu geplante Standort in Arth-Goldau ideal ist, um den Schwarzen Peter elegant weiterzureichen.

Fakt ist aber, dass es niemandem behagt, ein Ausreisezentrum auf eigenem Gemeindegebiet zu haben. Es handelt sich um ein Zentrum, in dem die Asylanten auf ihre Abschiebung warten. Obwohl diese Menschen fast nichts mehr zu verlieren haben, sind es aus Erfahrung zwar nur einzelne, welche sich bei ihren Ausflügen etwas zuschulden kommen lassen. Aber jeder Fall ist einer zu viel.

Unbestritten ist, dass der Standort Buosingen ausserhalb eines Siedlungsgebietes liegt und damit besser ist als im Wintersried. Wenn sich ein künftiger Zentrumsbewohner anstatt zu Fuss nach Arth an den See jedoch in die andere Richtung in eines der Einkaufszentren in der Gemeinde Schwyz aufmacht, bedeutet dies einen unwesentlich längeren Fussmarsch. Wohin würden Sie gehen, um dem langweiligen Leben im Ausreisezentrum zu entfliehen?

Dass für die Auszuschaffenden in unseren Dorfzentren, Einkaufszentren und an den Bahnhöfen Arth-Goldau und Schwyz Versuchungen verschiedenster Art bestehen, liegt ebenfalls auf der Hand. Ich finde es daher als legitim und richtig, sich gegen ein Bundesausreisezentrum zu wehren.

Mit dem von der SVP sehr populistisch gewählten Vorgehen so kurz vor den Wahlen kann ich mich jedoch nicht einverstanden erklären. Den richtigen Weg in der Asylpolitik zu finden, ist ohne Frage eine grosse Herausforderung. Auch die Solidarität innerhalb der Schweiz ist dabei gefragt. Trotzdem verstehe ich beim besten Willen nicht, weshalb nicht alle Ausreisezentren entweder weit ab wie auf dem Glaubenberg oder dann bei den internationalen Flughäfen in Zürich und Genf zu stehen kommen.

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