Die Steuern sind nicht nur ein Betrag, den die Bürgerinnen und Bürger entrichten müssen. Es geht auch um gesellschaftliches Gleichgewicht. Erst kürzlich wurde ich von einer Person aus dem skandinavischen Raum, die sich für einen Umzug in den Talkessel interessiert, gefragt, welche Privilegien vermögende Personen in der Gemeinde Schwyz geniessen würden. Mit tiefen Steuern, wie es die SVP fordert, werden mit Sicherheit genau solche «Steueroptimierer» angezogen.
Ob diese Personen sich dann in den Vereinen, für unsere Kultur und für unser Brauchtum engagieren, sei infrage gestellt. Zudem: Je tiefer die Steuern, desto höher sind in der Regel die Immobilienpreise. Für wohlhabende Personen spielen diese Preise keine Rolle, für Einheimische mit normalem Portemonnaie hingegen schon.
Seit einiger Zeit können wir zum Beispiel im Kanton Zug und in Ausserschwyz beobachten, dass sich junge Einheimische kaum Wohneigentum leisten können und aus ihren Heimatgemeinden vertrieben werden. Dagegen wehre ich mich vehement: Derartige Zustände darf es in der Gemeinde Schwyz nicht geben. Meines Erachtens hat der Gemeinderat mit einem Steuerfuss von 140 Prozent bei all den bevorstehenden Investitionen eine mutige Marke vorgeschlagen. Wollen wir das gesellschaftliche Gleichgewicht behalten, geht tiefer bestimmt nicht.

