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Eingesandt:  Leserbrief

Für eine ehrliche Debattenkultur

Zum Artikel «Staatsanwaltschaft und Polizei nehmen sich des Flyers an» vom 8. Februar.

Da ich ein sehr diskussionsfreudiger Mensch bin, freue ich mich über Debatten, ob nun im kleinen oder im grossen Rahmen. Mehr und mehr wird die öffentliche Debatte aber in einer Art und Weise geführt, die mir etwas Sorgen bereitet.

Nehmen wir den Flyer, der in der Gemeinde Arth zum Thema Ausschaffungszentrum verteilt wurde. Hier wird mit unlauteren Mitteln gearbeitet, die nicht der Information der Bevölkerung dienen, sondern einzig und allein zur Diskreditierung der Andersdenkenden. Umso enttäuschter war ich, dass gewisse Exponenten diese Flyer auch noch verharmlosen oder gar gutheissen. Vermutlich, da sich der Flyer für die ihrer Meinung nach richtige Seite einsetzt.

Der Zweckt heiligt anscheinend die Mittel. So geht doch kein demokratischer Diskurs. Streiten wir hart in der Sache, aber mit ehrlichen Mitteln. Leider werden den politischen Gegnern aber immer öfters Worte in den Mund gelegt, die so nie gesagt wurden. So werden Themen wie Ernährung, Klimawandel oder inklusive Sprache, die eigentlich wichtig und interessant wären, mittlerweile etwas vermieden, da einem sofort eine Verbotskultur und Woke-Wahnsinn vorgeworfen werden.

Wohlgemerkt, man darf überall anderer Meinung sein, tun wir diese jedoch bitte auf ehrliche und sachliche Weise kund, ohne dass wir Andersdenkende diskreditieren. Und ja, dasselbe gilt natürlich auch umgekehrt: Wer gegen ein Asylzentrum ist, ist nicht automatisch rassistisch; wer gegen den Genderstern ist, ist nicht gegen jegliche Gleichberechtigung.

Ein Jahr lang habe ich in den USA gelebt und dort direkt mitbekommen, wohin eine verrohte und unehrliche Debattenkultur führt. Lernen wir aus den Fehlern der anderen, zeigen wir, dass wir in Schwyz zu Recht stolz auf unsere Demokratie und auf unseren Diskurs sind.