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Eingesandt:  Leserbrief

Friede in der Ukraine?

Zum Leserbrief von Jakob Schuler

Die Ukraine ist nur der Anfang. Jakob Schuler lehnt es in seinem Leserbrief «Friede in der Ukraine?» kategorisch ab, dass die Ukraine kapitulieren sollte. Recht hat er. Ich danke ihm für seine Argumentation.

Zu meiner Zeit durften die Kommandanten der Armeekorps mit ihren Divisionären und Brigadiers alle fünf Jahre eine ausländische Armee besuchen. Ich habe mich 1998 entschlossen, die «junge» ukrainische Armee zu besuchen. Höchst interessant. Was uns hohe Kommandanten damals gesagt und befürchtet haben, hat sich bewahrheitet.

So war der Kriegshafen von Sewastopol ein Problem. Die Russen hatten nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Herrschaft über diesen Hafen für sich beansprucht, obwohl er in der Ukraine lag. Man tolerierte international diesen Anspruch, obwohl die riesige Kriegsflotte einzig und allein für die Eroberung des Mittelmeeres vorgesehen ist und war. Noch tragischer war das Eingeständnis, dass Russland dort eine ganze Panzerdivision zum Schutz des Hafens stationieren durfte. Diese Truppen eroberten dann kampflos die Krim. Und die Welt schaute zu.

Putins Argument für die Besetzung: Es leben mehr Russen auf der Krim als Ukrainer. Der Grund: Zur Zeit der Sowjetunion war die Krim das Ferienparadies der kommunistischen Führung und der Oligarchen.

Man hatte schon 1998 bei unserem Besuch die Befürchtung, die Besetzung könnte einmal erfolgen, und sie kam. Gleiches befürchtete man damals auch vom Osten der Ukraine, wo viele Russen lebten wegen der damaligen Schwerindustrie. Und auch da schlug Putin zu. Wer jetzt kapituliert, lädt ihn ein, weitere Staaten zu besetzen, in denen russische Minderheiten leben. Die Annexion der Krim hat gezeigt, dass Zusehen und Kapitulieren völlig falsch sind und Putins Machthunger noch steigern.

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