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Eingesandt:  Leserbrief

Fair und sachlich bleiben

Zum Leserbrief von Cyrill Villiger

Herr Villiger echauffiert sich in seinem Leserbrief darüber, die Juso würden jegliche berechtigte Kritik an einem Asylzentrum schlechtreden. Hier wendet Herr Villiger den exakt gleichen Trick an, den er der Juso vorwirft.

Anstatt dass er sich auf die konkreten Vorwürfe der Juso konzentriert, die in ihrem offenen Brief nur die extremsten Formen des Widerstandes kritisieren, sucht Herr Villiger, genau so wie bereits die SVP zuvor, die Opferrolle, um jegliche Kritik bereits im Keim zu ersticken. Wieso fürchtet er sich so vor einer ehrlichen Debatte?

Während Roman Bürgi noch den extremistischen Begriff der «Remigration» kritisiert und sich davon distanziert («Bote», 29. Februar), doppelt Herr Villiger noch nach. Interessant ist auch, auf welche Punkte des offenen Briefes der Juso Herr Villiger, vermutlich sehr bewusst, nicht eingeht. Wer den ganzen, sehr fair und sachlich geschriebenen Brief der Juso einmal selber durchliest (nachlesbar auf der Website der Juso Schwyz), merkt ziemlich schnell, dass die Charakterisierung von Herrn Villiger meilenweit an der Realität vorbei schiesst.

Zu guter Letzt, der Begriff der «Remigration» wird seit Langem ausschliesslich in rechtsextremen Kreisen benutzt, auch bereits vor dem Skandaltreffen in Deutschland. Wenn Herr Villiger eine «Politik der Remigration» als Hoffnung sieht, möchte ich mir nicht einmal vorstellen, wie denn eine Dystopie in seiner Welt aussieht.