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Eingesandt:  Leserbrief

Energieschwindel

Zur Benutzung der Bremsenergie der Stoosbahn

Die durch den Betrieb der Stoosbahn anfallende Bremsenergie wird zur Beheizung eines Hotels verwendet. Obschon eigentlich Elektroheizungen verpönt sind und kaum mehr neu gebaut werden, wird die Lösung auf dem Stoos als genial bezeichnet.

Ist sie wirklich so genial? Elektrische Energie ist viel zu wertvoll, um direkt verheizt zu werden, und gehört zurück ins Verteilnetz. Hat der Stromlieferant der Stoosbahn einen zu niedrigen Preis für die Rücknahme der Bremsenergie angeboten? In knallharten Verhandlungen mit dem Energielieferanten wäre ein angemessener Rücknahmetarif anzustreben.

Der Streit um den Preis der zurückzugebenden Energie ist nicht neu. Die Südostbahn durfte ab 1940 die anfallende Bremsenergie mit gnädigster Erlaubnis der SBB zurückspeisen, allerdings zum Nulltarif.

Verwendung der Bremsenergie ist bei den Jungfraubahnen seit Jahrzehnten üblich, und zwar zu einem konzernintern zu verrechnenden, gerechten Preis. Die zum Konzern gehörende, einspurige Pendelbahn Lauterbrunnen-Grütschalp hat einen Rückspeiseanteil von 70 Prozent. Genial an der Lösung auf dem Stoos ist immerhin die Art und Weise, wie ein Energieschwindel PR-wirksam «verkauft» wird.

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