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Eingesandt:  Leserbrief

Die Mär von zu wenig Geld

Zur Abstimmung über die 13. AHV-Rente

Nur zwei Beispiele: Beispiel 1: Da marschiert Aussenminister Ignazio Cassis zum Wef nach Davos und bringt der Ukraine 6 Milliarden Franken mit, ohne irgendeine Gegenleistung einzufordern. 6 Milliarden für die Ukrainer, 0 Franken für die Schweizer. Beispiel 2: Für die Rettung der Credit Suisse wird ein Gesamtpaket von 209 Milliarden Franken bereitgestellt. Das entspricht etwa einem Viertel des Schweizer Bruttoinlandprodukts und übersteigt die gesamten europäischen Verteidigungsausgaben vom Jahr 2021. Zu wenig Geld!

Nun malen die Gegner pechschwarz an die Wand, dass wir uns das nicht leisten könnten. Die Schweiz kann alljährlich mit mehreren Milliarden Franken «weiss Gott nicht was alles» im In- und Ausland mitfinanzieren, sie sollte dort etwas Mass halten, und dann könnte unser Land selbst ohne Steuererhöhung endlich auch mal seinen eigenen Leuten im AHV-Alter etwas mehr zukommen lassen.

Die Gegner bemängeln, dass auch die Superreichen eine 13. AHV-Rente erhalten würden. Das ist richtig so, denn sie finanzieren die AHV ja auch kräftig mit. Ein gutes Beispiel dafür ist UBS-Chef Sergio Ermotti. Von seinem riesigen Managerlohn fliesst rund eine Million Franken in die AHV. Weil die AHV aber nach oben stark begrenzt ist, erhält Ermotti nach seiner Pensionierung nur einen Bruchteil davon als Rente zurück, nämlich 2450 Franken. Bei einem Schreiner oder einer Verkäuferin ist es genau umgekehrt. Sie erhalten mehr Rente, als sie einzahlen. Das gilt für eine grosse Mehrheit der Bevölkerung – nämlich für 92 Prozent, also wohl auch für Sie. Darum: Ja zur 13. AHV-Rente.

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