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Eingesandt:  Leserbrief

Der Dank gehört primär den Firmen

Zum Artikel «Künftig sollen auch ‹Fremde› als Kirchenräte wählbar sein»

Lorenz Bösch, Präsident der römisch-katholischen Kantonalkirche, räumt ein, dass die Kirche in der Krise sei. Es sei daher «an uns allen, mitzuhelfen, diese Krise zu überwinden», wird er zitiert. Es könnten alle «im Rahmen ihrer Möglichkeiten Beiträge dazu leisten».

Diese Beiträge schliessen selbstverständlich die Kirchensteuern von juristischen Personen ein, die weder konfessionsfähig sind, noch bei der Bestellung der Organe oder der Verteilung der Gelder mitbestimmen dürfen, noch aus den Kirchgemeinden austreten können. Immerhin wird denjenigen Kantonsratsmitgliedern herzlich gedankt, die sich gegen die von liberaler Seite eingereichten (ketzerischen) Vorstösse zur Abschaffung der Steuerpflicht für juristische Personen eingesetzt haben.

Hierzu zwei Anmerkungen: 1. Die Krise, in der sich unsere Landeskirchen befinden, ist selbstverschuldet. Ihr laufen die Mitglieder in Scharen davon, obschon die Zahl der Christen weltweit zunimmt. 2. Der allerherzlichste Dank (auch meiner) gebührt den besteuerten Firmen. Denn ohne ihre üppig fliessenden Beiträge würden die Abgaben für die immer kleiner werdende Zahl natürlicher Personen rasant ansteigen, was mit Sicherheit zu vielen weiteren Austritten führen würde.

Die Krise der Kirche lässt sich nicht mit Geldern von juristischen Gesellschaften lösen. Es braucht eine Rückbesinnung auf den seelsorgerischen Auftrag, eine Fokussierung allein auf diesen Kernbereich und natürlich auch eine proaktive und schonungslose Aufklärung der unzähligen Missstände in beiden Landeskirchen.

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