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Eingesandt:  Leserbrief

Da wird der Teufel an die Wand gemalt

Zur Abstimmung über die 13. AHV-Rente

Wie immer, wenn die AHV-Rente leicht verbessert werden könnte, wird von rechter Seite Panik gemacht und der Teufel an die Wand gemalt. Die «Volkspartei» und andere wirtschaftsfreundliche Gruppierungen hetzen die Generationen gegeneinander auf, und fast alle AHV-Rentner im In- und Ausland stehen im Verdacht, auf Kosten der Jungen ein luxuriöses Leben führen zu wollen.

Ich finde dies sehr traurig, denn die AHV hat immer gut funktioniert und basiert tatsächlich auf einem Generationenvertrag, zu dem wir Sorge tragen sollten. Als diese Institution 1948 gegründet wurde, bekamen die bereits Pensionierten eine kleine Rente, obwohl sie nie einen Franken einbezahlt hatten. Da wurden die AHV-Beiträge unserer Eltern zum Teil für die Renten unserer Grosseltern verwendet und später unsere Beiträge teilweise für die Renten unserer Eltern usw. Am Ende des Arbeitslebens erhalten aber alle die AHV-Rente, die sie mit ihren eigenen Beiträgen angespart haben. Dies würde auch für die 13. Rente gelten.

Nun zur Finanzierung der Initiative: Um die Mehrausgaben von einem Zwölftel grösstenteils zu decken, müssten die AHV-Beiträge, wie bereits bekannt, um 0,8 Prozent angehoben werden, je zur Hälfte von Arbeitnehmer und -geber bezahlt. Bei einem Jahreseinkommen von beispielsweise 60 000 Franken bezahlt der Arbeitnehmer zusätzliche AHV-Beiträge von jährlich 240 Franken, das heisst monatlich 20 Franken. Eine Teilzeitangestellte mit 40 000 Franken Einkommen bezahlt für ihre 13. Rente monatlich 13.30 Franken. Eine günstigere Variante, um für alle eine gerechte Rentenerhöhung zu realisieren, wird es nicht so schnell wieder geben, denn weder die Pensionskassen noch andere Institutionen wären dazu fähig. Ausserdem würde die 13. AHV-Rente auch den Schwund bei den Pensionskassenrenten ein wenig mildern.

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