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Eingesandt:  Leserbrief

Covid und die Wahlen

Zu den Wahlen im Kanton Schwyz

Dieser Leserbrief ist keine Wahlpropaganda, sondern der Versuch, durch vernebelnde Parteiparolen hindurch zu sehen, aus welchem Holz die Kandidaten geschnitzt sind. Kaum möglich bei Neubewerbern, bei Bisherigen aber schon.

Nehmen wir die Covid-Geschichte: Im «Boten» vom 25. Januar 2022 stand der Bericht über die Kundgebung auf der Hofmatt, wo sich rund tausend Mütter und Väter von Primarschülern zum Protest gegen die vom Bildungsdepartement erlassene Maskenpflicht für Erstklässler zusammengefunden hatten. Zwei Tage später publizierte der «Bote» ein Interview mit dem verantwortlichen Regierungsrat Stähli, der darin die Eltern als Problemverursacher bezeichnete, massgebend sei die Lageentwicklung auf nationaler Ebene, und überdies hätten sich unter die Teilnehmer viele Kundgebungstouristen aus anderen Kantonen gemischt.

Das waren, gelinde gesagt, unangemessene Behauptungen. Regierungsräte sind Träger einer Verantwortung, zu der sie vom Volk durch Wahl mandatiert sind. Einmal gewählt, besteht die Pflicht zur gewissenhaften Beschaffung und Prüfung aller verfügbaren Informationen, um daraufhin mit gesundem Menschenverstand zu entscheiden. Schon 2020 gab es eine belastbare internationale Studie zur Schädlichkeit von Masken bei Kindern.

Pflichtvergessenheit? Volksferne? Die Komplexität von Problemfeldern, die von Politikern künftig zu bewältigen sein wird, ruft nach der Wahl von Entscheidungsträgern, für die objektive Informationsbeschaffung, Dialogbereitschaft, Standfestigkeit und Selberdenken selbstverständliche Haltungen sind. An dieses Profil sollte man denken beim Ausfüllen des Wahlzettels und vielleicht auch daran, dass das Mandat mit jährlich 250 000 Franken honoriert wird, die wir mit unseren Steuern finanzieren.

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