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Eingesandt:  Leserbrief

Brief aus Bern

Zum Bundesasylzentrum Buosingen

Wir, die Gesellschaft der Grosskopferten zu Bern, freuen uns, euch Talkessler von Schwyz zu Altruisten befördern zu können unter der Bedingung, eine der Suppen auszulöffeln, die sich dank jahrelangem Trödeln sozusagen von selber eingebrockt hat. Seid gewiss, dass wir freundeidgenössisch nicht sparen werden mit Lob und der Finanzierung mit dem Geld, das ihr gütigst beisteuert zur Umsetzung unserer schweren Entscheide.

Als Ersatz für Buosingen, dieses stille Gelände am See, bei dessen Verlust auch uns die Tränen kommen, hatten wir eine Gegengabe vorgesehen in Form einer Fasnachtsfigur aus unserem ehemaligen Untertanengebiet, dem fast menschenleeren Jura: ein Hudi, nicht im Rock, sondern in einem diesem ähnlichen Kleid, jedoch geschneidert aus Holz, indem aus einem Baume Scheiter geschnitten, gelöchert und miteinander verknüpft werden.

Etwas klapprig, aber nicht lärmiger als die Schellen eurer Nüssler. Leider hat die Figur sich inzwischen aus dem Staub gemacht, grad so, wie die Moral es tut, wenn man von ihr zu sprechen beginnt. Dafür können wir nichts, das Trödeln und Abhauen liegt uns im Blut und erzeugt ja nicht selten gute Laune. Für diese im Volk zu sorgen, dafür habt ihr ja eigene lokale Oberhudi, deren Wörterschwall ebenso schitter aus ihren Masken quillt wie den unsern, für niemanden verständlich, aber das ist auch nicht beabsichtigt. Fasnacht ist schliesslich scheitern, wobei zugegebenermassen auch das Umgekehrte wahr ist: Nicht alles Scheitern ist Fasnacht.

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