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Eingesandt:  Leserbrief

Braucht es eine 13. AHV-Rente?

Zur Abstimmung über die 13. AHV-Altersrente

Zugegeben, eine um 8,3 Prozent höhere Altersrente für alle hört sich doch gut an. Rund 20 Prozent der Rentner stehen wirtschaftlich nicht so gut da. Um diesen Umstand zu lindern, haben wir das System der Ergänzungsleistungen.

Tatsache ist jedoch, dass wir heute eine immer grössere Rentnergeneration haben, denen es wirtschaftlich gut bis sehr gut geht. Bei vielen von ihnen bewirkt eine 13. AHV-Rente kaufkraftmässig wenig bis gar nichts. Im Gegenteil, die Zusatzrente führt zu einer noch höheren Sparquote und kommt nicht direkt dem Konsum zugute.

Zudem hat diese Giesskannenvorlage mit 5 Milliarden Franken pro Jahr ihren stolzen Preis. Wir wissen auch, dass der Bundesrat aufgrund der demografischen Entwicklung spätestens im Jahr 2030 ernsthaft über die Bücher gehen muss, obwohl wir erst vor Kurzem das Frauenrentenalter erhöht haben sowie die Lohnbeiträge und die Mehrwertsteuern anheben mussten. Wie diese Zusatzkosten finanziert werden sollen, darüber schweigen sich die Gewerkschaften bekanntlich aus.

Wir haben in der Schweiz gewiss noch wichtigere Baustellen, die dringender angegangen werden müssen, zum Beispiel die Krankenkassen- und die Wohnungspolitik sowie die Finanzierbarkeit der zukünftigen Alterspflege. Eine faire Erhöhung der AHV-Renten wäre durchaus machbar, sofern sich unsere Politik dazu durchringen würde, bei einigen Staatsausgaben den Sparstift anzusetzen bzw. für gewisse Transaktionen Steuern zu erheben. Die erhöhten Beitragszahlungen und die Mehrwertsteuer belasten die Erwerbstätigen heute schon mehr als genug.

Zum Dank dafür sollen sie auch noch länger arbeiten, dies kann es ja wohl nicht sein! Unter diesen Vorzeichen wird unser Generationenvertrag ernsthaft infrage gestellt. Getreu dem Motto: Nach mir die Sintflut. Deshalb ein klares Nein zu dieser Giesskannenvorlage.

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