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Eingesandt:  Leserbrief

Ingenieure in die Politik!

Zur Abstimmung über die Erschliessung von Brunnen Nord

Josef Scherer verunglimpft die Politiker, sie seien nicht fähig, ein gutes Projekt zu lancieren. Hingegen würden nur Ingenieure wissen, wie man es richtig macht. Unfähige Politiker da, kompetente Ingenieure hier. Gerade Josef Scherer ist nie als Kommissionsmitglied oder in einem politischen Amt aufgefallen. Das gilt übrigens auch für die anderen leserbriefschreibenden Architekten und Ingenieure der Variante «Kurve».

Leider ist es so, dass sich diese Fachleute zu oft zieren, sich in die Politik konstruktiv einzubringen. So treiben heute das Volk vorwiegend Juristen, Berater und Verwalter vor sich her, die eigentlich bestimmt wären, echte Wertschöpfung zu unterstützen, statt sie zu behindern. Beispiele gefällig? Man kann eine Verkehrsbusse bis vor Bundesgericht anfechten, obwohl die Sachlage klar ist. Das Gericht wird so für andere wichtigere Entscheide ausgebremst. Man kann eine Staumauererhöhung am Grimsel, welche dringend benötigten Winterstrom erzeugen würde, 20 Jahre mit fadenscheinigen Argumenten ausbremsen. Die «Diktatur der Minderheit» geht heute so weit, dass ein paar Vorstandsmitglieder und Juristinnen die klare Volksmehrheit «überstimmen» und die neue Axenstrasse jahrelang blockieren können.

Die Anwaltslobby in der Politik torpediert regelmässig Bestrebungen für mehr volkswirtschaftliche Effizienz am Bundesgericht zugunsten endloser Juristerei, schliesslich bringt dies Arbeit für ihre Branche. Als ehemaliger Kantonsrat, Parteipräsident, Unternehmer und vor allem auch als Ingenieur hatte ich die Ingenieure und Architekten im Kantonsrat und in der Ortspartei sehnlichst vermisst. Vieles würde in unserem Staate effizienter laufen, würden diese in der Politik als Mandatsträger und Fachleute mitarbeiten, statt wie die Alte Fasnacht in der Opposition zu jammern.