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Eingesandt:  Leserbrief

Berufsbildung hält Türen offen

Zur Kontroverse um den Lehrerberuf

Unsere Berufsausbildung in der Schweiz ist das Fundament unserer Wirtschaft. Nirgendwo sonst lernt man die Praxis besser kennen als dort, wo sie täglich erlebt wird.

Wir als Gesellschaft sind gefordert, zu akzeptieren, dass nicht alle eine akademische Laufbahn einschlagen müssen, um erfolgreich im Leben zu sein. Erfolg ist individuell und wird nicht anhand von Kaderstufen, Boni oder Anzahl unterstellter Mitarbeiter gemessen. Die Sinnhaftigkeit der Arbeit, ein gut funktionierendes Arbeitsteam und eine gerechte Entlöhnung sind viel zentraler.

Was können wir tun, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken? Die Grenzen zu öffnen, mag kurzfristig funktionieren, ist aber langfristig nicht nachhaltig. Aufrichtige Wertschätzung und Anerkennung der Leistungen gegenüber allen Berufsgruppen ist viel zukunftsgerichteter.

In einigen Ländern auf dieser Welt sind gute und verlässliche Handwerker Mangelware, was dazu führt, dass manche Berufsgruppen zu den bestverdienenden des Landes gehören. In Australien ist mittlerweile einer der bestbezahlten Jobs der des Sanitär. Denn fast niemand möchte diese Arbeit mehr machen, aber alle benötigen diese Dienstleistung. Daher verdienen Angehörige dieser Berufsgruppe so viel, dass sie mittlerweile die schönsten Villen und teuersten Jachten besitzen. Wollen wir auch solche Verhältnisse bei uns?

Liebe Gesellschaft, bitte ermutigt unsere nächste Generation, den Weg der Berufsausbildung einzuschlagen. Auch nach der Berufsausbildung stehen alle Türen für Weiterbildungen offen, und der Rucksack ist schon gut gefüllt mit bereits gemachten Berufs- und Lebenserfahrungen.