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Eingesandt:  Leserbrief

Bald jeder Fünfte verzichtet auf Arztbesuch

Zur Prämien-Entlastungs-Initiative

In den letzten zwanzig Jahren haben sich die mittleren Krankenkassenprämien mehr als verdoppelt. Immer mehr Versicherte wählen eine höhere Franchise und tragen dadurch immer mehr Gesundheitskosten selbst. Im letzten Jahr verzichteten fast 20 Prozent der Bevölkerung aus finanziellen Gründen auf einen Arztbesuch.

Auf das Jahr 2025 droht uns ein weiterer starker Prämienanstieg. Die durchschnittlichen Löhne sind in den letzten zwanzig Jahren nur um 12 Prozent gestiegen. Die Prämien bringen immer mehr Menschen in finanzielle Schwierigkeiten. Das darf so nicht mehr weitergehen!

Die durchschnittliche Prämienbelastung eines Haushalts beträgt mittlerweile über 14 Prozent seines verfügbaren Einkommens, im Jahre 2000 waren es noch 6,6 Prozent. Bei der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes im Jahre 1994 wurde versprochen, kein Haushalt solle mehr als 8 Prozent für Prämien aufwenden müssen. Die SP-Initiative sieht eine Obergrenze von 10 Prozent vor. Deswegen sollen Bund und Kantone das Prämienverbilligungsvolumen erhöhen. Ein grosser Teil der Bevölkerung, auch der Mittelstand, wird dadurch entlastet.

Die daraus resultierenden Kosten erscheinen Ihnen zu hoch? Dann frage ich Sie: Wer bezahlt heute diese Kosten? Die Gesundheitskosten werden mit der Annahme unserer Initiative abnehmen. Den der steigende Kostendruck wird den National- und Ständerat zwingen, bereits debattierte Massnahmen endlich umzusetzen, zum Beispiel die hohen Medikamentenpreise zu senken. Gemäss der rigiden Kostenbremse-Initiative der Mitte müssen Kürzungen bei der Kostenübernahme gemacht werden, sobald die Gesundheitsausgaben überproportional steigen.

Damit setzen wir unser gutes und geschätztes Gesundheitssystem für alle aufs Spiel. Wollen Sie das? Das Risiko einer Zweiklassenmedizin in der Schweiz besteht mit der SP-Initiative nicht.

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