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Eingesandt:  Leserbrief

«Allein gelassen»

Zur Schliessung des Ferienzimmers

Ein Armutszeugnis für den Kanton Schwyz! Der Bericht in der «Bote»-Ausgabe vom Mittwoch, 24. Januar, über Madleina und Silvana Waser hat mich berührt. Ihre Offenheit und den Mut, dieses Thema öffentlich zu machen, verdienen Respekt.

Dass der Kanton Schwyz, welcher gemäss Gesetz (SEG § 8) unter anderem für die Bereitstellung der erforderlichen Plätze für Menschen mit Behinderung zuständig ist, seiner Aufgabe für die Schwächsten unserer Gesellschaft nicht nachgekommen ist, liegt dabei auf der Hand. Eine vorausschauende Planung fehlte in den vergangenen Jahren offenbar gänzlich. Mussten wir doch kürzlich erfahren, dass im Kanton Schwyz aufgrund mangelnden Wohnraums aktuell kein Betreuungsplatz für unseren beeinträchtigen Sohn bereitstehen würde und auch keiner in absehbarer Zeit in Aussicht gestellt werden kann.

Dass aktuell weder Ferien- noch genügend Wohnplätze zur Verfügung stehen, ist meines Erachtens in erster Linie ein Versäumnis einer vorausschauenden Planung und vermutlich nur in zweiter Linie dem Fachkräftemangel zuzuschreiben. Auf jeden Fall tragen die bitteren Konsequenzen ganz alleine die betroffenen Eltern und Familien, welche über Jahre intensivste Betreuungsarbeit leisten und dabei häufig an ihre Grenzen oder auch darüber hinaus gehen.

Ich erhoffe mir, dass an dieser durchaus wichtigen und grossen «Baustelle» der Sozialpolitik in unserem Kanton, in Zukunft besser vorausgeplant und auch dementsprechend gehandelt wird. Und dass man aufhört, sich im Kanton Schwyz auf den innovativeren Angeboten der umliegenden Kantone auszuruhen. Es geht dabei auch um eine Haltung der Politik in Gleichstellung und Wertschätzung für eine von mehreren geschwächten Gesellschaftsgruppen, für welche es im Kanton Schwyz meines Erachtens noch einigen Handlungsbedarf gibt.

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