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Eingesandt:  Leserbrief

Abwanderung der AHV-Bezüger

Zur Abstimmung über die 13. AHV-Rente

Damit unsere Volkswirtschaft ihre Aufträge erledigen kann, braucht sie genügend Arbeitskräfte. Meine Grossmutter hat schon meine Mutter, beide waren verwitwet, unterstützt, damit sie zu 100 Prozent arbeiten gehen konnte. 1963 bekam unsere Grossmutter ihre erste AHV-Rente durch den Postboten ausbezahlt, sie hatte Tränen in den Augen. Worauf ich sie fragte, weshalb sie weine. Sie antwortete, sie weine nicht, dies seien Freudentränen. Mit dem Bezug der AHV konnte unsere Grossmutter uns zusätzlich auch noch finanziell unterstützen.

Noch heute unterstützen Pensionierte ihre Nachkommen und deren Nachkommen in Form von Hilfestellungen. Dadurch können die entlasteten Eltern beide wieder einem Erwerbseinkommen nachgehen. Leider stelle ich in meinem Umfeld aber immer wieder fest, dass pensionierte Freunde und Bekannte aus wirtschaftlichen Gründen die Schweiz verlassen.

Ein Ehepaar bekommt nur 75 Prozent AHV-Rente verglichen mit alleinstehenden oder geschiedenen Rentnern. Sie ziehen in ein Land, wo die Lebenshaltungskosten tragbarer sind. Durch diese Abwanderung verlieren wir Kaufkraft und wertvolle Familienunterstützung. Diesem Trend entgegenwirken könnten verbesserte Renten. Es ist jedoch zu befürchten, dass den selbst ernannten Rentenspezialisten, die seit Jahrzehnten den mutmasslichen Konkurs der AHV voraussagen, ein weiteres Mal geglaubt wird, was der Erhöhung der AHV-Rente eine weitere Niederlage bescheren wird.

Solange unsere Wirtschaft Aufträge erledigen kann, werden auch AHV-Beiträge abgerechnet und einbezahlt. Selbst wenn von morgen an niemand mehr arbeiten könnte, würden die AHV-Renten ein Jahr lang auf die vorhandenen Reserven zurückgreifen können. Eine 13. Rente treibt die AHV nicht in den Ruin.

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