Zuger Regierungsräte haben ihre Ferienpläne coronabedingt geändert – mehrere sind auch ausserhalb der Schweiz unterwegs

ZUG ⋅ Eine Umfrage bei den sieben Direktionsvorstehern zeigt, dass nicht alle dem Aufruf des Bundesrats Folge leisten und die Sommerferien in der Schweiz verbringen.

23. Juli 2020, 05:11

Julia Lüscher

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Julia Lüscher

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Julia Lüscher

Silvia Thalmann-Gut (58, CVP), Volkswirtschaftsdirektion

Ich weile in Menaggio am Lago di Como. Immer wieder gerne kehre ich zurück in diese herb-romantische Landschaft. Die Hektik des Alltags liegt hinter mir; die Verbindung zum Büro hingegen steht. Der Tag beginnt mit einem Cappuccino auf der Piazza. Leicht kommt man mit den Einheimischen ins Gespräch. Sie berichten von der Coronapandemie, von Erkrankten und Verstorbenen, aber auch von ihren Hoffnungen für die Zukunft. Nur zögernd kehrt die Touristenschar zurück. Es herrscht Italianità wie sonst im Winter – dabei ist Hochsaison. Selbstverständlich und mit eleganter Lässigkeit gehen die Italienerinnen und Italiener mit der «Mascherina» um. Ich tue es Ihnen gleich und scheitere kläglich. Beim Wandern sind feste Schuhe und Puste erforderlich. Die Hänge sind steil und bewaldet. Belohnt wird man mit einer atemberaubenden Aussicht – und im «Crotto» (so heisst hier das bei uns bekannte Grotto) mit lokalen Köstlichkeiten.

Martin Pfister (56, CVP), Gesundheitsdirektion

Unsere Familienpläne, nach Südfrankreich zu gehen, mussten wir leider absagen, weil ich als Gesundheitsdirektor während dieser Zeit erreichbar und in der Nähe sein sollte. Stattdessen werden wir von zu Hause aus Ausflüge unternehmen. Wahrscheinlich werden wir in der Zentralschweiz, im Bündnerland und im Wallis wandern gehen. Mir gefällt die Vorstellung, in der Höhe zu übernachten. Das planen wir aber kurzfristig. Ich verbringe meine Zeit mit Lesen, Sport oder mit Familie und Freunden. Zu meiner Lektüre gehören die Etter-Biografie von Thomas Zaugg und einige Romane amerikanischer Autoren. Zudem je ein Buch von Michael van Orsouw und Lars Rominger. In die Ferien gehe ich, um mich zu entspannen und meinen Kopf auszulüften. Ebenfalls um mich zu bewegen und Zeit mit der Familie zu verbringen. Sonst im Alltag vergnüge ich mich mit den gleichen Aktivitäten und jasse ab und zu mal.

Beat Villiger (63, CVP), Sicherheitsdirektion

Ich habe nicht wirklich Ferienpläne und wenn, dann der Situation angepasste. Ich werde ein paar Ferientage von zu Hause aus machen, was jedoch abhängig vom Wetter und der Einhaltung der Coronaempfehlungen ist. Ich möchte jedenfalls stark frequentierte Destinationen meiden. Ich will meine Ferien nach dem Motto: Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah, geniessen. Wegen der Pandemie musste ich keine Pläne ändern oder absagen. Ich weiss noch nicht, was ich alles besuchen möchte. Meine Freizeitbeschäftigungen sind Wandern, Lesen und Biken. Ich lese die Zeitung und habe noch ein paar ungelesene Bücher im Regal, welche ich mir vornehmen kann. Die Ferien dienen dieses Jahr vermehrt der Entspannung und Sportlichkeit. Sonstige Hobbys von mir sind Musik und Gesang. Erreichbar bin ich mit der heutigen Technik eigentlich immer. In der momentanen Situation umso mehr.

Florian Weber (39, FDP), Baudirektion

Ich habe mich schon im Vorfeld mächtig auf die Campingferien auf dem Maloja Plan Curtinac am Silsersee mit meiner Partnerin gefreut. Einen ersten Test mit unserem Zelt haben wir bereits über Pfingsten absolviert und wir sind mittlerweile halbe Profis im Auf- und Abbauen unseres Stoffhauses. Es ist hier oben frisch, aber schön. Wir wandern viel und erkunden die fantastische Landschaft. Geplant ist ein Ausflug zum Albigna-Stausee mit einem Besuch in der gleichnamigen SAC-Hütte. In Soglio, nahe der Schweizer Grenze, werden wir zudem das Hotel Palazzo Salis besuchen. Wir geniessen die Bündner Spezialitäten, insbesondere den Capuns und freuen uns auf unseren Ausflug nach Chiavenna, wo wir essen und einen guten Veltliner trinken werden. Ich bin immer erreichbar und wünsche den Leserinnen und Lesern der «Zuger Zeitung» ebenfalls so wunderschöne Ferien, wie wir sie hier im Engadin geniessen können.

Andreas Hostettler (52, FDP), Direktion des Innern

Meine Frau, meine beiden erwachsenen Kinder und ich befinden uns auf unserer jährlichen Städtereise. Geplant wäre der hohe Norden gewesen. Coronabedingt mussten wir unsere Pläne jedoch anpassen. Deshalb sind wir via Salzburg nach Linz und weiter nach Wien gereist, wo wir uns momentan befinden. Wir haben unter anderem den Stephansdom, den Prater und ein paar der feinen Wiener Kaffeehäuser besucht. Die geringe Anzahl Touristen macht die Aufenthalte in diesen Städten und das Sightseeing sehr angenehm. Nach der Städtereise werden ich und meine Frau im Wohnwagen in die traditionellen Campingferien ins Wallis fahren, wo uns Wanderungen in die Bergwelt, Spaziergänge entlang der Suonen, Joggingrunden und Bäder im Pool erwarten. Aber auch das Lesen eines Krimis, etwas Feines vom Grill und Schlaf kommen nicht zu kurz. Mit oder ohne Covid-19 werden E-Mails täglich gelesen und auch mal Telefonate geführt.

Stephan Schleiss (47, SVP), Direktion für Bildung und Kultur, Landammann

Ich bin jetzt gerade im Tirol und hole einen einwöchigen Aufenthalt mit meiner Frau nach, den ich in den Sportferien nicht antreten konnte. Die restliche Ferienzeit werde ich in Zug mit dem üblichen Mix aus Lesen, Rennvelo und Geselligkeit verbringen. Ich geniesse die freie Zeit. Selbstverständlich muss ich für die Regierung immer erreichbar sein. Mit dem Tirol verbindet mich nichts Spezielles. Lesen in den Ferien bedeutet für mich, dass ich mehr Bücher und nicht nur Tagespresse lesen kann. Mit dem Rennvelo werde ich dann ab nächster Woche mit dem Veloclub Steinhausen wieder an den Abendausfahrten mitmachen können, wenn es dann das Wetter zulassen wird. Geselligkeit heisst für mich (und auch den Duden): Feier, Fest, geselliges Beisammensein, Gesellschaft, Runde, Treffen, Veranstaltung, Vergnügung, Zusammenkunft. Konkret meine ich damit Grillieren oder Jassen im Freundes- oder Familienkreis.

Heinz Tännler (60, SVP), Finanzdirektion

Meine Frau und ich wollten ursprünglich nach Sardinien reisen, haben unsere Pläne aber infolge Corona geändert und bleiben nun in der Schweiz. Ich werde vornehmlich von Zug aus meine Erholung suchen und die Privatsphäre geniessen. Ich verbringe meine Ferienzeit unter dem Motto Spontanität und bin überzeugt, viel Neues zu erfahren und erleben. Wir werden ein paar Tage im Tessin in unserer Zweitliegenschaft verbringen und ins Bündnerland und Berner Oberland reisen. Man muss nicht immer ins Ausland rennen, in der Schweiz ist es auch schön. In Zug kann ich die freie Zeit gut geniessen. Wir wohnen sehr schön und geniessen das auch. Ich arbeite gerne im Garten, schwimme im eigenen Pool oder setze mich auf den Sattel meines Velos. Gäste bewirten wir immer gerne. Ein Bücherwurm bin ich nicht. Eines pro Jahr reicht mir. Dafür lese ich gerne gründlich Zeitung, damit ich gut informiert bin, sowie Fachliteratur zu politischen Themen.


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