Wie SBB-Nutzer fast schon spielerisch zu ihren Informationen über den Bahnverkehr kommen

ZUG ⋅ Im Jahre 2020 haben die SBB in der Schweiz elektronische Infotafeln zu Testzwecken an verschiedenen Bahnhöfen aufgestellt. Jetzt kommen die Geräte mit sehr grossen Bildschirmen landesweit vor allem an kleinen oder mittleren Bahnhöfen zum Einsatz. Im Kanton Zug gibt es das übergrosse Tablet an Stadtbahnhaltestellen.

19. Januar 2022, 05:11

Marco Morosoli

Im Sommer 2021 haben sich viele aufmerksame Stadtbahn-Pendler über weisse Holzboxen mit einem roten Strich im oberen Bereich gewundert. Jetzt ist dieses Geheimnis gelüftet. Unter diesen Behältnissen befinden sich das Fundament und die Anschlüsse für das neue Smart Information Display (SID). Diese Informationsplattformen reagieren auf Berührungen. Alle reiserelevanten Bahninformationen sind auf diesem übergrossen Tablet abrufbar. Sie liefern auch alle anderen Mitteilungen, welche den Bahnbetrieb betreffen. Darunter sind zum Beispiel Verspätungsmeldungen. Wie SBB-Sprecher Reto Schärli auf Anfrage erklärt, wollen die SBB diese elektronischen Informationstafeln in kleinen und mittelgrossen Bahnhöfen installieren. In dieser Liste haben zum Beispiel die Stadtbahnhaltestellen Baar Lindenpark und Baar Neufeld Aufnahme gefunden. Es dürften noch mehr solche Bildschirme an Haltepunkten im Kanton Zug aufgestellt werden.

Die Bildschirme kommen in zwei Grössen zum Einsatz. Der eine Bildschirm hat eine Bilddiagonale von 116,8 Zentimeter. Der andere ist mit einer Bildschirmdiagonale von 124 Zentimetern noch etwas grösser. Bis jetzt waren in kleineren Haltepunkten, wo es keine Abfahrtsanzeige gibt, die gelben Abfahrtstabellen das Mass aller Dinge. Reto Schärli versichert, dass diese weiterhin hängen bleiben. Er erwähnt zum Beispiel, dass Menschen mit einer Beeinträchtigung durch diese Bildschirme einfacher zu Bahnhinformationen kommen. So können sich Menschen mit einer Sehschwäche den Fahrplan vorlesen lassen. Zudem kann der Bahnnutzer, wenn er auf einen Zug klickt, herausfinden, wo dieser Zug bis zu seinem Endbahnhof überall anhält.

Schweizweit sollen rund 1000 Bildschirme aufgestellt werden

Die ersten dieser interaktiven Bildschirme haben die SBB gemäss ihrer Website an den drei Testbahnhöfen Suhr (AG), Effretikon (ZH) und Düdingen (FR) montiert. Im Laufe des Jahres 2020 wurde ein ausgedehnter Pilotversuch an rund 50 weiteren Bahnhöfen in allen drei Sprachregionen durchgeführt. Im vergangenen Jahr haben die SBB mit der Montage dieser elektronischen Anzeigetafeln der neusten Generation begonnen. Geplant ist, dass im kommenden Jahr die Aufrüstung der Haltepunkte abgeschlossen werden kann. Die SBB beabsichtigen insgesamt 1000 solcher Geräte aufzustellen. Die technische Aufrüstung lassen sich die SBB 50 Millionen Franken kosten. Auf dem Gebiet des Kantons Zug gibt es insgesamt 19 Bahnhöfe, die von SBB-Zügen angefahren werden.

Fast 800 Bahnhöfe auf dem SBB-Streckennetz

Zur SBB-Infrastruktur gehören 793 Bahnhöfe und Haltestellen. In diese Kategorie gehören auch die Bahnhöfe der SBB-Töchter Thurbo (in der Ostschweiz aktiv), der Zentralbahn (Ob-Nidwalden/Luzern/Bern) und der Sensetalbahn (Flamatt-Laupen). Bei der letzteren Bahn sind die SBB für die Betriebsführung verantwortlich. Die SBB haben ausser in den beiden Appenzell in allen Schweizer Kantonen mindestens einen Bahnhof. In der obgenannten Auflistung sind die Privatbahnen nicht eingerechnet.

Übrigens scheinen die SBB in Bezug auf die Haltestellen, welche mit der neuen Gerätschaft zu bestücken sind, von ihrer ursprünglich vorgegebenen Richtung abzuweichen. So ist ein solcher Informationsbildschirm mit der Menuführung mittels Handbewegungen auch im Bahnhof Winterthur aufgestellt worden. Winterthur steht bezüglich des Passagieraufkommens in der Schweiz an vierter Stelle. Der Bahnhof Zug rangiert in dieser Hitparade auf dem 15. Platz. Die verfügbaren Zahlen stammen allerdings aus dem Jahre 2019.


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