Weniger Hindernisse und Schwellen: Zuger Stadtparlamentarier will die Situation für Velofahrer in Zug verbessern

ZUG ⋅ ALG-Gemeinderat Patrick Steinle will ein besseres Velonetz in Zug. Er hat deshalb zwei Motionen eingereicht.

02. Juli 2020, 05:11

Andrea Muff

Die Situation für Velofahrer in der Stadt Zug lässt zu wünschen übrig. So schildert es etwa Patrick Steinle, Gemeinderat der Fraktion Alternative-CVP. Er hat kürzlich eine Motion betreffend «Grundlagen für die Veloförderung schaffen» eingereicht. Diese beantragte er als dringlich, wofür eine Zweidrittelmehrheit im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) erforderlich ist. Diese erreichte er an der vergangenen Sitzung vom Dienstag nicht. Deshalb wird die Motion erst an der nächsten Sitzung im September zur Überweisung traktandiert.

In seiner Motion verweist Patrick Steinle auf drei «Baustellen», die der Stadtrat verbessern beziehungsweise entschärfen soll. So soll die Schranke vor der Trottoirüberfahrt östlich der St.-Michael-Kirche entfernt werden. Auch die Schwellen beim Campingplatz Brüggli sollen entfernt oder zumindest entschärft werden. Des Weiteren soll der Stadtrat gemeinsam mit dem Kanton «eine taugliche Lösung für Velofahrende auf der Gubelstrasse zwischen Bahnhof und kantonaler Verwaltung» suchen. Dabei schlägt der ALG-Politiker vor, die Busspuren für die Velofahrer freizugeben. Für Steinle ist klar:

«In der Stadt Zug liegt für Velofahrende vieles im Argen.»

Dass Patrick Steinle die Velofahrer am Herzen liegen, ist bekannt. Unlängst setzte er sich mit einem «Ein-Mann-Protestcamp» auf der Brücke über der Weststrasse in Zug für mehr Velowege ein. Mit seinem Vorstoss möchte er nun den Zuger Stadtrat davon abhalten, «noch mehr Hindernisse für die Velofahrenden» aufzustellen, erklärt er. Damit meint er etwa die vor kurzem angebrachten Schwellen beim Campingplatz Brüggli. «Diese sind zumindest zu entschärfen, sodass nicht bereits beim Passieren im Schritttempo Taschen aus Velokörben fallen oder sogar Speichen brechen», findet Steinle. Verlorene Ladungen, beschädigte Velos würden öfters vorkommen, Verletzungen durch Unfälle seien nur noch eine Frage der Zeit, ist sich der ALG-Gemeinderat sicher.

Steinle schlägt vor, stattdessen bei grossem Besucherandrang eine Lösung mit dem Verkehrsdienst zu suchen, der vor Ort ist. Oder: «Eine Verlegung der Veloroute hinter das Campinggebäude, mit einer kleinen Brücke über die Strassenunterführung, drängt sich sowieso auf und könnte unabhängig von der weiteren Planung im Gebiet Brüggli an die Hand genommen werden», hält Steinle in seinem Vorstoss fest.

Gubelstrasse und Kirche St.Michael

Weiter erwähnt er die Schranke bei der Kirche St.Michael, welche die Velofahrer vor einer Trottoirüberquerung auf Schritttempo herunterbremse. «Das Trottoir wird kaum begangen, eine permanente Schikane ist bei so wenigen potenziellen Konfliktsituationen unverhältnismässig», findet Steinle. Ein Warnhinweis oder ein «Kein Vortritt»-Signal würde ausreichen. Die Gubelstrasse bezeichnet der ALG-Gemeinderat ebenfalls als Brennpunkt. «Meiner Meinung nach drängt man dort die Velofahrer in die Illegalität, denn sie müssen auf die Busspur ausweichen. Das ist nicht schön», urteilt der Politiker.

«Es sind alles konkrete kleine Sachen, die man schnell beheben kann», findet Steinle. Der Motion angehängt hat er zudem eine Auflistung von Pro Velo Zug mit über 20 grösseren Schwachstellen im Velonetz auf Stadtzuger Boden. Die über 50-seitige Analyse zum bestehenden Velonetz im Kanton Zug wird anlässlich der heute im Kantonsrat traktandierten Interpellation von Ivo Egger (ALG/Baar) und Zari Dzaferi (SP/Baar) betreffend Förderung des Veloverkehrs für Arbeits- und Schulweg der Regierung zur Bearbeitung übergeben.

Weiterer Vorstoss eingereicht

Patrick Steinle hat sich am Dienstag noch mit fünf weiteren GGR-Mitgliedern zusammengetan und die Motion Velostadt eingereicht. Die Stadt Zug solle in Zusammenarbeit mit dem Kanton eine innerstädtische Veloinfrastruktur mit sicheren, bequemen und direkten Verbindungen zwischen den Wohnquartieren und wichtigen Schul-, Arbeits-, Freizeit- und Einkaufsorten sowie mit ausreichenden (gedeckten) Veloabstellplätzen an diesen Orten erstellen, heisst es im politischen Vorstoss.


Login


 

Leserkommentare