Von der Quelle bis zur Reinigung – so läuft das Wasser durch Neuheim

ZUG ⋅ Fachleute veranschaulichten den Weg des Wassers durch die Gemeinde anhand mehrerer Posten.

26. Juni 2022, 16:11

Laurence Ziegler

Laurence Ziegler

Laurence Ziegler

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Bei der Lindenhalle trafen sich am Samstagmorgen gegen 50 Interessierte von Jung bis Alt aus Neuheim und Umgebung. Andreas Blättler, der Präsident der örtlichen FDP, begrüsste die Anwesenden zur geführten Tour zum Thema Wasserversorgung in der Gemeinde. Er betonte bei seiner Ansprache: «Sauberes Trinkwasser ist ein Privileg, das muss uns allen bewusst sein.»

Im Anschluss daran wurden die Anwesenden in kleine Gruppen aufgeteilt und per Shuttlebus zu verschiedenen Wasserwegposten chauffiert. Der Posten, bei dem es vor allem um das Neuheimer Quellwasser ging, wurde von Christoph Müller betreut. Mit seiner mehr als 25-jährigen Erfahrung in der Wasserversorgungsbranche begeisterte er das Publikum mit detailliertem und verständlich vorgetragenem Fachwissen.

Vor Ort bei der Quellfassung Blattweid offerierte Müller zum Schluss drei unterschiedliche Wasser zur Degustation. Überraschenderweise schmeckte das Neuheimer Hahnenwasser der Mehrheit am besten. Die Besucher hatten unter anderem Fragen zu Inhaltsstoffen im Vergleich zu kommerziellem Mineralwasser.

Auch in diesem Zusammenhang brilliert das Neuheimer Wasser – ausserdem ist es deutlich kostengünstiger. Zudem interessierte sich das Publikum dafür, ob die Landwirtschaft in Neuheim bestimmte Vorgaben beim Ausbringen der Gülle haben. Christoph Müller zeigte auf, dass es drei Zonen um eine Quellfassung gebe, die es einzuhalten gelte, womit eine hohe Trinkwasserqualität garantiert werden könne.

Das Abwasser durchläuft drei Reinigungsstufen

Ein weiterer Posten befand sich bei der örtlichen Abwasserreinigungsanlage (ARA). Das Abwasser der übrigen zehn Zuger Gemeinden wird in der ARA Schönau in Cham geklärt, erklärt Stephan Knecht. Als Klärwart und Leiter des Werkhofes der Gemeinde Neuheim ist er der Experte in diesem Gebiet. Mit grosser Fachkenntnis referierte er engagiert und führte durch die überschaubare Anlage. Knecht erinnerte daran, dass Wasser eine begrenzte Ressource ist, mit der wir sorgfältig und bewusst umgehen sollten.

Er zeigte den Ablauf des Wassers in der Kläranlage auf. Knecht erklärte: «Es gibt drei Reinigungsstufen in der ARA Neuheim, eine mechanische, eine biologische und eine chemische Stufe. In der ARA Schönau gibt es noch eine weitere Stufe, bei der Aktivkohle ins Wasser gemischt wird, damit das Wasser zusätzlich von Medikamenten-Rückständen gesäubert wird.» Knecht zeigte zum Abschluss noch Wasserproben von diesem Morgen, die den Unterschied der Klärstufen verdeutlichten.

Weitere Posten der geführten Veranstaltung befanden sich in der Lindenhalle sowie im Werkhof. Ein Start-up-Unternehmen informierte in der Lindenhalle über neueste und nachhaltige Technologie zur effektiven und innovativen Wasseraufbereitung. Ebenfalls in der Lindenhalle befand sich ein Zuger Ingenieurbüro, das über das Planungs- und Führungsinstrument GEP, der generelle Entwässerungsplan, informierte.

Zum Schluss der Veranstaltung wurde deutlich, dass der Weg des Wassers durch Neuheim von mehreren Stationen geprägt ist. Die Besuchenden wurden durch die vielfältigen Informationen angeregt, weiterhin einen bewussten Umgang mit der Ressource Wasser zu pflegen.


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