Trotz eines Pächterwechsels ist vieles vertraut

HOTEL-RESTAURANT MORGARTEN ⋅ Die ehemalige Serviceaushilfe Erika Berger (43) hat das Haus am Ägerisee übernommen – ungeplant.

17. Januar 2020, 05:11

Raphael Biermayr

Es ist eine vielleicht einmalige Chance, dachte sich Erika Berger. Nach positiv verlaufenen Gesprächen mit der Familie fasste sie sich ein Herz und bewarb sich als Pächterin des Hotel-Restaurants Morgarten. Sie erhielt den Zuschlag. Am Freitag eröffnet die 43-Jährige das seit Ende Dezember geschlossene Restaurant neu (siehe Fussnote).

Erika Berger ist in mehrfacher Hinsicht ein bekanntes Gesicht in Morgarten. Einerseits wohnt sie mit ihrer Familie seit 15 Jahren im Oberägerer Weiler, andererseits arbeitete sie seit fünf Jahren als Aushilfe im Service des «Morgärtli». Diese Wiedererkennung dürfte entscheidend sein, um die Stammgäste zu halten. Gleiches gilt für die gleichbleibende Qualität der Küche, wo dasselbe Personal wie zuvor arbeite, darunter der Lehrling. Dieses bereitet weiterhin Gutbürgerliches zu, möglichst mit regionalen und saisonalen Produkten. Im Service beschäftigt Berger zwei Festangestellte sowie mehrere Aushilfen.

Eine rare Ausgangslage für eine neue Pächterin

Neu ist hingegen die Dekoration im frisch gestrichenen Restaurant. Neu wäre auch die Website, die allerdings wegen angeblich technischer Probleme noch nicht funktioniert. Das ist für Erika Berger nur ein Wermutstropfen auf ihr Gemüt. Die Freude über die überraschende Chance überstrahlt alles. Eine Seltenheit in diesen schwierigen Zeiten für die Gastronomie: Die neue Pächterin übernimmt einen erfolgreichen Betrieb. Die vormaligen Pächter verliessen ihn per Ende 2019 nach zehn Jahren nicht wegen finanzieller Nöte, sondern weil sie noch einen anderen Betrieb geführt haben und darüber hinaus gekauft hatten, auf den sie sich seither konzentrieren.

Auch das Hotel mit seinen zehn Zimmern sei gut ausgelastet, sagt Erika Berger, es gebe neben Tagesgästen auch Dauermieter. Allerdings beschränke sich die Lauf- respektive Wanderkundschaft vor allem auf die warme Jahreszeit. Im Jahr 2015 belegte das Tourismusgebiet Ägerital-Sattel sogar schweizweit den ersten Platz in einer Studie über Ziele für Tagesausflüge und Kurzreisen. Dies dank der 700-Jahr-Gedenkfeier der Schlacht am Morgarten, die auch für das Hotel-Restaurant eine Gratiswerbung war. Der Winter sei hingegen schwierig, weiss Berger. Sie versuche, dem vor allem mittels Musikdarbietungen im Lokal entgegenzuwirken. So wie am Eröffnungsabend vom Freitag.

Die Neueröffnung des Hotel-Restaurant Morgarten dauert am Freitag von 16 Uhr bis 18.30 Uhr und beinhaltet musikalische Unterhaltung. Es ist keine Anmeldung vonnöten.


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