Technikgeschichte: Als eine Strassenbahn von Zug nach Oberägeri fuhr

In unserer Serie beleuchten wir anhand von Ausstellungsstücken im Zuger Depot für Technikgeschichte den technischen Fortschritt im Kanton. Teil 2: die Strassenbahn und ihr heutiges Gegenstück.

13. Juni 2018, 16:36

Was wenige wissen und noch weniger erlebt haben: Zwischen 1913 und 1953 fuhr eine Strassenbahn entweder von Zug über Baar, Talacker und Nidfurren nach Menzingen oder von Zug über die Ägeristrasse nach Oberägeri. Ausgangspunkt der ESZ in Zug war eigentlich der Kolinplatz, denn die Gleise vom Bahnhof Zug bis hierher gehörten der Zuger Berg- und Strassenbahn ZBB und wurden von der ESZ mitbenutzt.

Das einzige erhalten gebliebene Fahrzeug aus dieser Zeit steht im Zuger Depot Technikgeschichte in Neuheim: der «Elefant» mit Jahrgang 1913. In ihm hielt man sich auf der Fahrt nach Oberägeri geschlagene 60 Minuten auf. In seinem Entstehungsjahr kostete eine einfache Fahrt 1,40 Franken, hin und retour 2,25 Franken. Nach Menzingen (58 Minuten Fahrtzeit) wurden 1 Franken respektive 1,60 Franken fällig. 1953 wurde die Strecke nach Menzingen eingestellt, zwei Jahre später diejenige nach Oberägeri. Seither werden – wie schon zuvor – Busse eingesetzt. Strassenbahnen fahren in mehreren anderen Gegenden in der Schweiz. So auch im Baselbiet, wo einer der Nachfolger des «Elefanten» im Einsatz ist, der oben abgebildet ist.


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