Secondhand statt Wegwerfmode

ZUG ⋅ Junge Leute setzen sich mittels Klimastreiks für die Umwelt ein. Doch bisher spüren Secondhandgeschäfte noch wenig von der vermeintlichen Nachhaltigkeitsbewegung der umweltbewussten Jugend.

22. März 2019, 05:10

Fiona Bösiger

Die Klimastreiks sind gerade Thema der Stunde. Junge Menschen gehen auf die Strasse und wollen durch friedliche Demonstration ein Zeichen gegen den menschengemachten Klimawandel setzen. Im Zusammenhang mit den Klimastreiks überdächten viele junge Leute ihr Kaufverhalten und entfernten sich mehr und mehr von Wegwerfmode, sogenannter Fast-Fashion, schreibt «Blick.ch». Secondhandläden sowie Brockenhäuser erlebten einen wahren Aufschwung. Doch merken dies auch Zuger Secondhandgeschäfte an einer erhöhten Nachfrage nach Kleidern aus zweiter Hand?

Angesprochen auf die jüngsten Klimastreiks sagt Diana Schläpfer, Besitzerin des Zuger Secondhandladens Inkognito: «Die Nachfrage nach Secondhandkleidung ist bei mir noch nicht merklich gestiegen». Doch ihre Kundinnen nehme sie als insgesamt sehr gebildete, mode- und umweltbewusste Frauen wahr. Seit 25 Jahren widmet sich die Oberwilerin schon qualitativ hochwertiger Mode aus zweiter Hand. 1994 eröffnete sie auf den Rat einer Kollegin hin, ihren Laden in der Zuger Altstadt. «Damals waren Secondhandläden in der Schweiz noch nicht so bekannt», erinnert sie sich. Doch das habe sich stark geändert. Die Bezeichnung Brockenhaus passe nicht auf ihr Geschäft, findet die Modefachfrau. «Meine Kundinnen kommen wegen des Einkaufserlebnisses. Das Suchen und Finden ist das Schönste», sagt sie und betont: «Unter den Secondhandläden in Zug herrscht kein Neid. Im Gegenteil. Jeder bietet unterschiedliche Dinge an und wir unterstützen uns, wo wir können».

Kunden jeglichen Alters kaufen Secondhand

Auch Christine Langhans, Betriebsleiterin des Zuger Brockenhaus bestätigt, Zug sei ein guter Standort für Secondhandgeschäfte. Es gäbe dreierlei Kunden, welche in ihrem Brocki nach Kleidungsstücken stöberten, sagt sie. Einige seien auf der Suche nach Mode zu einem erschwinglichen Preis, andere fänden es schlicht und einfach cool, Secondhand zu tragen und die dritte Art von Kundschaft sei tatsächlich auf Nachhaltigkeit bedacht. «Wir haben Kundschaft jeglichen Alters», sagt die 56-jährige Zugerin. Und weiter: «Unser Sortiment an Frauenbekleidung ist grösser, aber auch Herren verweilen gerne bei unserer vielfältigen Kleiderauswahl».

Andrea Schüpfer Iten, die Besitzerin des Secondhandshops Rock+Co. in Unterägeri, stellt fest: «Ich habe diverse junge Kundinnen und Kunden, die eine Passion für Kleider aus zweiter Hand haben und gerne auf Schatzsuche gehen». Doch auch sie beobachtete noch keine grössere Nachfrage nach den ökologisch sinnvollen Kleidern. «Fest steht», so Diana Schläpfer «Secondhandkleidung tragen ist eine nachhaltige Angelegenheit.»


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