Papieri-Areal: Auf der grössten Baustelle in Cham wurde der Grundstein gelegt

ZUG ⋅ Auf dem Papieri-Areal wurde am Donnerstag der Grundstein für die erste Bauetappe gelegt.

05. Juni 2020, 05:11

Vanessa Varisco

Vanessa Varisco

Die Zeitkapsel, die im Sommer in das Fundament der ersten Bauetappe des Papieri-Areals eingesetzt werden soll und am Donnerstag anlässlich der Grundsteinlegung befüllt wurde, hat einen symbolischen Wert. Sie ist kennzeichnend für den Start eines Leuchtturmprojekts: Einst sollen 2000 bis 2500 Menschen hier wohnen und 900 bis 1000 Arbeitsplätze auf diesem Chamer Areal entstehen. Die Grundsteinlegung war entsprechend ein freudiger Anlass, obschon sie coronageschuldet in einem etwas kleineren Rahmen stattfand: Andreas Friederich, CEO der Bauherrin Cham Group, Baudirektor Florian Weber, Chams Gemeindepräsident Georges Helfenstein, Vorsteher Planung und Hochbau Rolf Ineichen sowie die wichtigsten Vertragspartner wohnten dem symbolischen Akt bei.

«Es ist ein Meilenstein, das jahrelang geplante Projekt bekommt nun ein Gesicht», fand CEO Friederich und ergänzte: «Manche mögen sogar sagen, heute wird Geschichte geschrieben.» Geschichtsträchtig ist das Areal mit Sicherheit: Während 360 Jahren wurde hier Papier hergestellt, mit der Überbauung bricht nun eine neue Ära an. Doch trotz der Neuerungen bleibt eines gleich. «Cham und die Papieri werden ewig verbunden sein», formuliert es Gemeindepräsident Georges Helfenstein.

Hufeisen, Schutzmaske und ein Glas Honig

Die Zeitkapsel wurde von Leuten, die am Projekt mitgewirkt haben, gefüllt und soll der Nachwelt einen Einblick in die Vergangenheit gewähren. Wie diese zeitgenössischen Gegenstände aussehen können, ist unterschiedlich. So werden etwa ein Hufeisen, das Glück bringen soll, eine Liste all jener, die bis dato am Projekt mitgearbeitet haben, oder ein Hammer in die kupferfarbene Kapsel gelegt. Auch ein Glas Honig, eine tagesaktuelle Zeitung und die derzeit lageaktuelle Schutzmaske werden platziert. «Wird diese Kapsel in Zukunft ausgegraben, wird sie wohl einen spannenden Rückblick bieten», ist Friederich überzeugt. Als nächster Schritt wird die Kapsel verschweisst und eingelassen – wann und wo ist allerdings noch offen. «Am besten an einem Ort, an dem sie sichtbar bleibt.»

Die Bauarbeiten für die erste Etappe wurden lange geplant und können nun, nachdem die Abbrucharbeiten beendet sind, vorangetrieben werden. Die erste Etappe umfasst rund 20 Prozent des gesamten Projekts. Unter anderem gehören dazu das 41 Meter hohe Hochhaus L, der Kesselplatz, die Papiermaschinenhallen 1 bis 4 sowie die Umnutzung der alten Lokremise. Nicht zu vergessen ist auch das Energiesystem, an welchem derzeit gearbeitet wird, sowie die Lorzenbrücke, die als Rohbau steht.

Die Grundsteinlegung ist für die Projektentwickler, aber auch für politische Vertreter eine Gelegenheit, den Weg bis dahin zu beleuchten. Erstmals über eine Umzonung gesprochen wurde schon 2012. Es folgte eine lange Planungsphase, inklusive Urnenabstimmung für den Bebauungsplan. Im Winter 2019 wurden die ersten Wohnungen schliesslich zum Verkauf angeboten. «Herausforderungen gab es für alle Beteiligten: Planer, Gemeinde und ebenso die Anwohner, welche aktuell den Bauarbeiten ausgesetzt sind», so Georges Helfenstein. Er fügt an: «Die aktuelle Baustelle ist vom Volumen her die grösste, die Cham je hatte.»

Vorsteher Planung und Hochbau, Rolf Ineichen, findet: «Cham verändert sich damit.» Der Bau wird die Gemeinde in nächster Zukunft weiterhin beschäftigen. Die zuziehenden Chamer werden beispielsweise einen Einfluss auf die Schulraumplanung haben. «Darauf sind wir aber vorbereitet.»


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