Leitungsrohr um Leitungsrohr bringt die Stadt Zug näher an eine saubere Energiezukunft

ZUG ⋅ Die Wasserwerke Zug arbeiten seit 2017 an einem umfassenden Fernwärmeprojekt. Das Ziel des Zuger Dienstleisters ist es, im Jahr 2040 rund 25'000 Tonnen weniger Kohlendioxid in die Luft zu pusten. Das kostet Geld, aber die Nachfrage ist da.

27. Januar 2021, 05:11

Marco Morosoli

Seit 2017 sind bei fast jedem Tiefbauprojekt in der Stadt Zug die Wasserwerke Zug (WWZ) mit von der Partie. Was zeitweise an verschiedenen Stellen in der Stadt Zug bei Passanten und Autofahrern den Eindruck erweckt, dass hier das Motto gilt: Sie kamen, sahen und legten Leitungen. Das Gegenteil ist der Fall: Die zusätzlichen WWZ-Leitungen sind Bestandteil des ehrgeizigen Circulago-Projekts.

Derzeit liegt im Stadthaus an der Gubelstrasse eine fischereirechtliche Bewilligung öffentlich auf. Sie bezieht sich auf die geplante Strecke der Fernwärmeleitung zwischen der Feldstrasse und der General-Guisan-Strasse. Für den WWZ-Sprecher Robert Watts handelt es sich bei diesem Abschnitt um eine der «bedeutendsten Vernetzungsstrukturen im Siedlungsgebiet der Stadt Zug». Die ehemalige Schleife, welche die SBB-Züge von Zug nach Zürich übers Säuliamt nutzten, hat sich mittlerweile zu einem «wertvollen Lebensraum» entwickelt, wie Watts erwähnt. Nach Möglichkeit strebt die WWZ danach, ihre für den Fernwärmeverbund notwendigen Leitungen im grabenlosen Vortrieb zu erstellen. Diese Methode nennt sich Micro-Tunneling und hat sich in anderen Bereichen der Stadt Zug mehrheitlich bewährt.

Der alte Bahndamm ist für das Circulago-Projekt eine Herausforderung

Doch gerade entlang des ehemaligen Bahndammes, auf dessen Westseite der Schleifibach fliesst, kann diese Art des landschaftsschonenden Tunnelbaus nicht praktiziert werden. Wie WWZ-Sprecher Robert Watts betont, muss in diesem Bereich der Eingriff «mit ökologischen Ausgleichsmassnahmen kompensiert» werden. Im Weiteren müssen die Arbeiten im Bereich des ehemaligen Bahndamms in Etappen erfolgen. Eine ökologische Baubegleitung sorgt dafür, dass die Landschaft durch den Leitungsbau möglichst wenig Schaden nimmt.

Der vorerwähnte Leitungsstrang, so erklärt es WWZ-Sprecher Robert Watts, dient für die Versorgung der Quartiere Unterfeld, Herti, Schleifi und Gartenstadt. Ebenso einen Anschluss erhält das Landis+Gyr-Gelände, welches verschiedene Bauherrschaften in den kommenden Jahren weiter entwickeln wollen. So dürfte auch dort der Bedarf nach Wärme respektive Kälte ansteigen. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass vom geplanten Circulago-Projekt mittlerweile sieben Kilometer verlegt sind. Wie Watts erklärt, soll dieses Netz bis in rund zwanzig Jahren 25 Kilometer umfassen.

Anschlüsse machen nur dann Sinn, wenn sie wirtschaftlich und ökologisch Sinn machen

Im Endausbau rechnet die WWZ mit Projektkosten von rund 100 Millionen Franken. Watts betont dabei die Strategie: «Das Leitungsnetz und die Standorte der Quartierzentralen werden entsprechend der Energiedichte, respektive des Anschlusspotenzials geplant.» Dies geschehe immer unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit. Es mache wenig Sinn, Vor- und Rücklaufleitungen zu erstellen, welche nur wenige Liegenschaften bedienen. Dies mache auch in Bezug auf den ökologischen Fussabdruck wenig Sinn. Da gäbe es, so Watts, andere Möglichkeiten, um auch in diesen Zonen umweltfreundlich Wärme zu erzeugen. Also, wenn Sie bald wieder an einer Baustelle Autos mit dem WWZ-Logo sehen, gilt es dort vielleicht das Circulago-Projekt voranzutreiben. Es ist gemäss der WWZ-Website «ein Generationenprojekt und ein zentraler Baustein der Zuger Energiezukunft».


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