Freigestellter Leiter der Asyl-Durchgangsstation angezeigt

STEINHAUSEN ⋅ Der Kanton Zug hat rechtliche Schritte eingeleitet und Anzeige wegen des Verdachts der Diskriminierung und des Aufrufs zum Hass eingereicht.

06. Juli 2022, 13:52

Vergangene Woche wurde der Leiter der Asyl-Durchgangsstation in Steinhausen freigestellt. Dies wegen homophober und sexistischer Äusserungen in den sozialen Medien. Aufgefallen ist er zudem mit prorussischen Posts, in denen er die russischen Soldaten im Ukraine-Krieg als Helden feierte. Nun ist er diese Woche angezeigt worden, wie der Direktor des Innern, Andreas Hostettler, auf Anfrage unserer Zeitung erklärt. Damit bestätigt er eine Meldung von Radio Sunshine.

Der Mann ist wegen des Verdachts auf Diskriminierung und des Aufrufs zum Hass angezeigt worden.

Wie Andreas Hostettler erklärte, habe man zum Wohle der Bewohnerinnen und Bewohner der Durchgangsstation gehandelt. Dem Mitarbeiter sei selbstverständlich das rechtliche Gehör gewährt worden.

Der Leiter der Durchgangsstation Steinhausen arbeitete seit 2016 für den Kanton Zug. Bereits bei Bekanntwerden der Posts, hiess es, man werde eine Strafanzeige prüfen. Wie Hostettler früher erklärte, habe der Leiter der Durchgangsstation nie mit geflüchteten Menschen aus der Ukraine zu tun gehabt.

Bereits im März des vergangenen Jahres sorgte der Leiter des Asylzentrums für Schlagzeilen. Unsere Zeitung berichtete damals, dass es eine hohe Fluktuation bei der Belegschaft gibt. Mitarbeitende sprachen von einem militärischen Führungsstil und fehlenden zwischenmenschlichen Fähigkeiten.


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