Die Jahresrechnung 2020 weist ein Plus von 6,6 Millionen Franken aus

RISCH ⋅ Zurückzuführen ist das insbesondere auf tiefere Investitionen, als budgetiert. Auch Auswirkungen der Coronapandemie sind spürbar – dies wird im nächsten Jahr aber wohl deutlicher der Fall sein.

17. April 2021, 16:25

Carmen Rogenmoser

 

6,6 Millionen Franken statt rund 92'000 Franken: Die Jahresrechnung 2020 der Gemeinde Risch schliesst um einiges besser ab, als budgetiert. «Wir sind mit dem Ergebnis selbstverständlich zufrieden», sagt denn auch Finanzchef Francesco Zoppi (SVP). Interessant aber sei nicht unbedingt der Vergleich mit dem Budget, so Zoppi, sondern mit der Rechnung des Jahres 2019, besonders im Hinblick auf den Einfluss der Coronapandemie.

«Da zeigt sich, dass die Steuererträge der natürlichen und juristischen Personen zurückgegangen sind», führt der Gemeinderat aus. Zum Vergleich: Mit 23,8 Millionen Franken bezahlten die natürlichen Personen 2020 rund 3 Millionen Franken weniger als im Jahr davor. Der Ertrag der juristischen Personen ist mit 10,8 Millionen Franken ebenfalls rund 3 Millionen Franken tiefer als 2019. «Da hat Corona bestimmt auch mitgespielt, die Wirtschaft hat sich etwas verlangsamt», so Zoppi.

Konkret spürbar werden die Auswirkungen der Massnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie aber wohl erst 2021, führt er aus.

«Ich rechne auch dann mit einem positiven Ergebnis. In Risch, wie auch an anderen Orten im Kanton Zug, sind Unternehmen angesiedelt, die von der Pandemie profitieren könnten.»

Das positive Jahresergebnis resultiert im Vergleich zum Budget aus einem um 3,1 Millionen Franken tieferen Aufwand und einem um 3,4 Millionen Franken höheren Ertrag. Die Aufwandunterschreitung sei vor allem auf tiefere ordentliche Abschreibungen, weniger Transferaufwand sowie einen tieferen Sach- und übrigen Betriebsaufwand zurückzuführen. «Die Gemeinde hat weniger ausgegeben, weil viel weniger Veranstaltungen stattgefunden haben», sagt der Gemeinderat.

Steuern, die sich nicht vorhersehen lassen

Ein weiterer Grund für das gute Ergebnis seien die übrigen direkten Steuern, die um rund 4,4 Millionen Franken über Budget liegen. Dabei handelt es sich um Grundstücksgewinnsteuern, Erbschafts- und Schenkungssteuern oder der Mehrwertbeteiligung im Gebiet Chäsimatt. «Diese sind jeweils schwer zu budgetieren», so Zoppi.

Die Nettoinvestitionen der Jahresrechnung – mit einem Ertrag von 64,4 Millionen und einem Aufwand von 57,8 Millionen Franken – liegen mit 17,4 Millionen Franken um 7,2 Millionen Franken tiefer, als budgetiert, und konnten aus eigenen Mitteln finanziert werden. Die wesentlichen Unterschreitungen seien beim Rahmenkredit Gesamtverkehrskonzept (1,8 Millionen Franken), bei den Krediten Unterhalt/Ausbau Abwassernetz (1,7 Millionen Franken) und bei den Rahmenkrediten Sanierung und Unterhalt Gemeindestrassen (1,2 Millionen) zu verzeichnen. Die grösste Überschreitung ist bei der Personenüberquerung Ost mit 1,3 Millionen Franken angefallen.

Reserven für die Zukunft

In Anbetracht anstehender Investitionen beantragt der Gemeinderat, die «Reserve für zukünftige Abschreibungen» um 5,5 Millionen Franken auf 45,5 Millionen Franken zu erhöhen. Mit dieser Erhöhung könne unter anderem die Heimfallentschädigung an die Stiftung Alterszentrum Risch/Meierskappel in Höhe von 15,5 Millionen Franken finanziert werden. Diese ist Teil des Vorgehens betreffend die Überbauung an der Buonaserstrasse (VÜB), über das die Stimmbürger am 26. September 2021 abstimmen.

Zu den grossen Investitionsbrocken in den nächsten Jahren gehören zudem die Schulraumplanung, die Sanierung der Binzmühle oder der Hochwasserschutz. Erst kürzlich kommunizierte der Regierungsrat zudem, dass in Rotkreuz eine neue Kantonsschule entstehen soll. «Der Entscheid freut uns sehr. Der Kanton hat die Federführung. Wir müssen aber gewisse Anpassungen machen, etwa, was die Örtlichkeit des Ökihofs angeht», sagt Zoppi.


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