Die englische «Zuger Zeitung»

ZUG ⋅ Seit zehn Jahren gibt es «The Zug Post», wo Artikel der Tageszeitung auf Englisch erscheinen. Das Online-Magazin wurde nun gemeinsam mit der Expat-Internetplattform Zug4You einer Neukonzeption unterzogen.

22. März 2019, 19:46

Laura Sibold

Die «Zuger Zeitung» ist seit bald zehn Jahren zweisprachig unterwegs. Während die Printausgabe nur auf Deutsch erscheint, werden online täglich drei bis vier Artikel ins Englische übersetzt und auf der Plattform «The Zug Post» einer grösseren Expat-Community zugänglich gemacht.

«Das Angebot entstand 2009. Damals zeigte eine Umfrage der jungen Wirtschaftskammer Zug bei internationalen Zuger Firmen, dass zu wenig Informationsangebote für Expats bestehen», erinnert sich Natalie Albrecht, Geschäftsführerin von «Zug4You». In Zusammenarbeit mit unserer Zeitung wurde daraufhin auf der Expat-Plattform www.zug4you.ch ein englischsprachiges Zeitungsportal angegliedert.

Informationsbedürfnis hat sich verändert

Seit gestern erscheinen nun die beiden Seiten www.thezugpost.ch und www.zug4you.ch in neuem Gewand – mit neuem Logo und übersichtlicherer Gestaltung. Grund dafür sind laut Albrecht die veränderten Bedürfnisse der Expats. «Während früher viele Expats nur für wenige Jahre im Kanton Zug wohnten und danach wieder wegzogen, lassen sich heute mehr Personen dauerhaft hier nieder. Diese Leute wünschen sich dann detailliertere Informationen aus der Region», erklärt die Baarerin, die 1994 selber als Expat in den Kanton Zug gekommen ist. Die neue Internetseite von «Zug4You» biete daher mehr Inhalt und sei neu auch an Tablet- und Smartphone-Bildschirme angepasst. «Auf einer einzigen Plattform sollen für Expats alle wichtigen Informationen zum Kanton Zug zu finden sein», erklärt Albrecht.

Die 47-Jährige hat für die Neukonzeption auch Inputs von Zuger Expats sowie der Fachstelle Migration einfliessen lassen. Neben Lebenstipps zu Themen wie Recycling oder Nutzung des öffentlichen Verkehrs und einem Expat-Blog ist online auch ein detaillierter Veranstaltungskalender zu finden. Obwohl der Inhalt der ganzen Seite nach wie vor in Englisch publiziert wird, werden neu auch Anlässe angekündigt, die in deutscher Sprache stattfinden. «Viele Expats können Deutsch oder wollen es lernen. Ihnen ist es ein Anliegen, auch hiesige Veranstaltungen zu besuchen», ist Natalie Albrecht überzeugt. Auf der anderen Seite würden auch immer mehr Zuger auf die Seiten von «Zug4You» und «The Zug Post» zugreifen. «Besonders Einwohner, die ihr Englisch aufbessern wollen, können dies über die Online-Ausgabe der Tageszeitung gut tun und bleiben so auch über die Geschehnisse informiert.»

Wer übersetzt die Artikel unserer Zeitung?

Wenn die Leserinnen und Leser morgens zum Kaffee die «Zuger Zeitung» durchblättern, sitzt in knapp 200 Kilometern Entfernung seit einigen Stunden Robert Hopkins an der Arbeit. Der gebürtige Engländer übersetzt seit 2010 die Artikel unserer Zeitung und publiziert sie jeweils frühmorgens auf www.thezugpost.ch. Hopkins wohnt im bündnerischen Münstertal und hat laut eigenen Angaben eigentlich keinen direkten Bezug zum Kanton Zug. «Durch die Zeitung fühle ich mich aber mit Zug verbunden. Die Region gefällt mir gut», sagt der 68-Jährige, der jeden Morgen um 5 Uhr früh aufsteht und sich drei bis vier Artikel der aktuellen «Zuger Zeitung» aussucht, die ihm interessant erscheinen. Robert Hopkins benötigt pro Artikel rund eine Stunde für die Übersetzung. Ein-, zweimal pro Jahr besucht er den Kanton Zug und sieht dann die Objekte und Geschichten, die er übersetzt hat. Natalie Albrecht kann sich noch besonders gut an einen Artikel erinnern, der bei ihr und Hopkins für Erheiterung sorgte. «In Hünenberg wurde die grosse Bratwurst-Skulptur vor der Metzgerei Limacher gestohlen. Diese habe ich Robert bei einem Ausflug persönlich gezeigt», schmunzelt die Zug4You-Geschäftsführerin und sinniert darüber, welche Geschichten in Zukunft auf «The Zug Post» zu lesen sein werden.

An diesem Wochenende findet die Zuger Expat Expo statt, wo sich Expats und Locals austauschen und über Angebote in der Region informieren können: Sonntag, 24. März, 11 bis 17 Uhr, Lorzensaal in Cham.


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