Der Baarer Bobfahrer Timo Rohner ist in der Erfolgsspur seines berühmten Vaters

ZUG ⋅ Der 22-jährige Timo Rohner gewinnt im Viererbob den Schweizer-Meister-Titel. Es ist ein vielversprechendes Omen.

25. Februar 2020, 05:10

Martin Mühlebach

Martin Mühlebach

An den Schweizer Meisterschaften im Bob in St. Moritz krönte der erst 22-jährige Timo Rohner kürzlich seine bisherige Karriere: Der Zuger errang in der Königsdisziplin – dem Vierer – die Goldmedaille. Er tut es damit seinem Vater Marcel gleich, der vor 25 Jahren ebenfalls nationaler Meister in dieser Kategorie wurde. Den Grundstein für diesen Erfolg legte das Team mit dem Piloten Timo Rohner sowie Roger Leimgruber (27), Joel Fearon (31) und Mariuan Giumma (26) mit der Bestzeit im ersten Lauf. Da der Vorsprung auf den zweitplatzierten Schlitten nur 0,08 Sekunden betrug, war der Sieg noch nicht in trockenen Tüchern. «Wir wussten, dass wir zum Erringen des Meistertitels einen fast perfekten zweiten Lauf hinlegen mussten», erzählt Timo Rohner, dessen Nervenstärke gefragt war.

Dieses Vorhaben glückte: Mit dem zweiten Rang und nur 0,01 Sekunden Rückstand auf die härtesten Verfolger sicherte sich die Rohner-Crew den Sieg und die Qualifikation zur Teilnahme an der Viererbob-Weltmeisterschaft, die am kommenden Wochenende in Altenberg zur Austragung gelangen wird. Die ersten zwei Läufe werden am Samstag (13.30 und 15.30 Uhr), der dritte und vierte am Sonntag (13.00 und 14.30 Uhr) stattfinden.

Ein Anschieber hat eine Olympiamedaille geholt

Der Baarer blickt voraus und sagt: «Die Bahn in Altenberg ist nicht leicht zu befahren, sie gilt als eine der schwierigsten auf der Welt. Mein Anspruch ist, vier gute Läufe abzuliefern. Wenn dies gelingt, sollte eine gute Rangierung herausschauen. Unser primäres Ziel ist, den zweiten Schweizer Vierer von Michael Vogt hinter uns zu lassen.»

In der Person des Engländers Joel Fearon, dem Gewinner der Bronzemedaille an Olympia 2014 in Sotschi, hat die Rohner-Crew zu Beginn der laufenden Saison eine echte Verstärkung zu verpflichten vermocht. «Da ich im Sommer meine Brötchen als Zimmermann verdienen muss und erst nach getaner Arbeit, wenn ich schon ein wenig müde bin, trainieren kann, habe ich im athletischen Bereich noch nicht das erwünschte Level erreicht. Dieses Manko gleichen meine älteren, athletisch stärkeren Teamkollegen aus», sagt Timo Rohner offen. Fearon zeige dabei dem Team dank seiner Erfahrung, was es heisse, Spitzensportler zu sein. Der erfahrene Engländer lege grossen Wert auf eine gute Trainingsplanung, auf eine ausgewogene Trainingsplanung und eine gesunde Ernährung.

Um sich athletisch verbessern zu können, hofft Rohner, die Sportler-Rekrutenschule absolvieren zu können. «Das wäre ein erster Schritt zum Profi und eine Notwendigkeit, zumal Piloten aus anderen Nationen dank staatlicher Unterstützung schon längst den Profistatus innehaben.» Dieses Ziel verfolgt er beharrlich, denn der Gewinn des Schweizer-Meister-Titels weckt Begehrlichkeiten. Timo Rohner verrät:

«Mein grosses Ziel ist, mich für die Olympischen Spiele 2022 in Peking zu qualifizieren. Falls dies nicht gelingen sollte, habe ich angesichts meines jungen Alters die Hoffnung, im Jahr 2026 in Cortina an den Start gehen zu können.»

Marcel Rohner startete nach dem SM-Titel durch

Eines ist klar: Timo Rohner steht bereits mit einem Fuss in der Erfolgsspur seines Vaters Marcel (55), der nur ein Jahr nach dem Gewinn des nationalen Meistertitels an der WM in Calgary Rang 2 belegte. Zwei Jahre später krönte der damals 32-jährige Baarer seine Karriere mit der Silbermedaille an den Olympischen Spielen in Nagano.

Wenn das kein gutes Omen für den 22-jährigen Baarer ist.


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