Chamer sprechen sich knapp gegen eine Kantonsschule Ennetsee aus

ZUG ⋅ Die «Teiländerung Zonenplan und Bauordnung neue Kantonsschule Allmend/Röhrliberg sowie Standortbeitrag» ist von der Chamer Bevölkerung abgelehnt worden. Das hat nun grosse Auswirkungen auf die kantonale Schulraumplanung.

10. Februar 2019, 13:25

Carmen Rogenmoser

Die Kanti Ennetsee ist vorerst vom Tisch: die Chamer Stimmbevölkerung nahm die «Teiländerung Zonenplan und Bauordnung neue Kantonsschule Allmendhof/Röhrliberg sowie Standortbeitrag» nicht an. Mit 2420 Nein-zu 2132 Ja-Stimmen haben sich die Chamer am Sonntag einerseits gegen die Teiländerung des Zonenplans entschieden und mit 2574 Nein- zu 2023 Ja-Stimmen ebenfalls gegen den Standortbeitrag von knapp 20 Millionen Franken. Die Stimmbeteiligung lag hier bei 45.53 Prozent. Bei der Teiländerung des Zonenplans nahmen mit einer Beteiligung von 45,01 Prozent etwas weniger teil. Ein knappes Ergebnis war zu erwarten, denn die Abstimmung wurde im Vorfeld kontrovers und hitzig diskutiert.

Die geplante Kantonsschule sei ein Schnellschuss, die Lage in Cham nicht geeignet und der Standortbeitrag viel zu hoch, sagten die Gegner etwa. Diese schlossen sich zu einem Nein-Komitee, bestehend aus Vertretern der Linksparteien, dem Verein Mehr Wert Cham und der IG Allmendhof, zusammen. Die Befürworter, darunter finden sich auch die Parteien CVP, FDP und SVP, hingegen sahen im Vorhaben eine Chance für Cham. Die Verantwortlichen, allen voran der Chamer Gemeinderat und die kantonalen Direktionen – davon sind mit der Bildungs-, Bau- und Finanzdirektion immerhin gleich drei betroffen – weibelten stark für die Annahme der Vorlage.

Geplant war am Standort Allmendhof/Röhrliberg eine neue Kantonsschule für rund 600 bis 800 Schüler. Laut Prognose wird die Anzahl Kantonsschüler von heute rund 1950 auf etwa 2370 bis 2035 ansteigen. Bis die geplante Kantonsschule bei einem idealen Verlauf der Planungs- und Bauphase hätte bezogen werden können, hätte es bis ins Jahr 2030 gedauert.

Mit der Ablehnung der beiden Abstimmungsteilfragen bleibt die ortsplanerische Ausgangslage unverändert: Der Kanton Zug kann das Land nicht kaufen, am Standort Allmend/Röhrliberg wird keine Kantonsschule gebaut.


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