Tourismusverein ändert die Spielregeln

SATTEL/ÄGERITAL ⋅ Die ehemaligen Verkehrsvereine haben gewissen Organisationen jährliche Geldbeträge überwiesen. Der neue Verein Ägerital-Sattel Tourismus hat diese gestrichen, spricht aber bei grösseren Veranstaltungen noch immer Gelder.

19. Februar 2019, 16:37

Der Kur- und Verkehrsverein Unterägeri sowie der Verkehrsverein Oberägeri wurden Mitte 2018 durch den Verein Ägerital-Sattel Tourismus abgelöst. Der neue Verein übernimmt seither das touristische Marketing im Ägerital sowie im schwyzerischen Sattel. Das hat auch Auswirkungen auf die finanziellen Belange der lokalen Vereine.

So hat etwa die Harmoniemusik Oberägeri vom Verkehrsverein jährlich eine Pauschale über 300 Franken erhalten. Damit seien die jährlichen Aufgaben des Vereins für die Gemeinde respektive den Tourismus wie etwa das Konzert am Seefest oder weitere Sommerständchen entlöhnt worden, bestätigt Michael Schnieper, Präsident der Harmoniemusik. Mit der Gründung von Ägerital-Sattel Tourismus wurde dieser Betrag jedoch gestrichen. «Wir wurden vom neuen Verein schriftlich informiert, dass künftig nur noch touristische Aktivitäten gesponsert werden», bedauert Schnieper. Als Verein sei man auf den dreistelligen Betrag zwar nicht angewiesen, man werde auch von der Einwohnergemeinde grosszügig unterstützt. «Dass mit der Fusion der Verkehrsvereine nun aber Beiträge gestrichen werden und lokale Organisationen die Leidtragenden sind, finde ich sehr schade», so Schnieper.

Das Sponsoringkonzept wurde angepasst

Fridolin Bossard, Präsident des Vereins Ägerital-Sattel Tourismus, erklärt die Aufhebung der finanziellen Unterstützung mit der neuen Ausrichtung des Vereins: «Wir sind nun eine regionale, touristische Organisation und konzentrieren uns daher auf Anlässe mit überregionaler Ausstrahlung.» Eine jährliche Pauschale für lokale Vereine passe nicht mehr ins Konzept, stattdessen würden die Vereine anlassgebunden entschädigt, so Bossard und erklärt: «Wenn ein Verein sich für einen Anlass von Ägerital-Sattel Tourismus engagiert – wie etwa das Seefest – dann wird er dafür direkt entschädigt.» Ebenfalls unterstütze der Verein Anlässe mit überregionaler Ausstrahlung wie etwa den Ägerisee-Lauf oder das Grümpelturnier in Unterägeri finanziell. Die Frage, ob auch finanzielle Engpässe zur Anpassung des Sponsoringkonzeptes geführt hätten, verneint Fridolin Bossard. Die angepassten Ressourcen hätten nichts mit tieferen Kurtaxen der regionalen Hotels zu tun, man sei finanziell auf der Linie. Eine Nachfrage bei einigen Ägeritaler Vereinen zeigt des Weiteren, dass offenbar nur wenige von der Streichung der Pauschale betroffen sind. Die Feldmusik Unterägeri, das Ägeritalorchester sowie die Trachtengruppe Ägerital geben an, dass man vom Verkehrsverein keinen Jahresbeitrag erhalten habe.

Vom neuen Sponsoringkonzept profitiert derweil der Akkordeon-Club Ägerital. Im Mai organisiert der Akkordeon-Club nämlich den Tag des Akkordeons Zentralschweiz in der Maienmatt in Oberägeri. Finanzielle Unterstützung erhält der Musikverein dabei von Ägerital-Sattel Tourismus. «Am 18. Mai kommen alle sieben Zentralschweizer Akkordeon-Orchester ins Ägerital. Wir erwarten etwa 160 Musikanten und zwischen 200 bis 250 Besucherinnen und Besucher», verrät Stefan Zäch, Präsident des Akkordeon-Clubs Ägerital. Über die Unterstützung von Seiten der Gemeinde oder des Tourismusvereins freue man sich natürlich immer, so Zäch.

Neuer Geschäftsführer wohl Ende März bekannt

Mit den bisherigen überregionalen Anlässen von Ägerital-Sattel Tourismus wie etwa Ägeri on Ice, dem «ZnachtXpass», der Kampagne Ägeri hell sowie der Eröffnung des Tourismusbüros im Ägeribad ist Fridolin Bossard sehr zufrieden. In Zukunft habe sich der Verein auf die Fahne geschrieben, Schulkindern und Familien Schweizer Geschichte näher zu bringen. «Diesem Thema widmen wir uns vermehrt. Mit dem Morgartendenkmal, dem Dufour-Museum sowie den Réduit-Stellungen aus dem Zweiten Weltkrieg ist die Region historisch interessant», sagt Bossard überzeugt. Das Potenzial gelte es für Schulreisen zu nutzen, weshalb man ein Konzept ausarbeite.

Ägerital-Sattel Tourismus fehlt allerdings noch immer ein Geschäftsführer. Stefan Schlatter, der diese Funktion und die Geschäftsführung des Ägeribades ab März des vergangenen Jahres im Vollamt innehatte, kündigte im Dezember 2018 krankheitsbedingt. Laut Pius Meier, Verwaltungsratspräsident des Ägeribades, sei man mit einigen guten Bewerbern im Gespräch. Er gehe davon aus, dass man bis zur Generalversammlung von Ägerital-Sattel Tourismus am 28. März in der Ägerihalle einen neuen Geschäftsführer präsentieren könne, so Meier.


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