Volleyballer spielen in Andermatt im Schnee um Schweizer Meistertitel

URI ⋅ Volleyball spielt man nur in der Halle oder am Strand? Von wegen. Auf 1500 Metern über Meer wird am Wochenende im Schnee eiskalt serviert. Dann müssen knappe Bikinihöschen langen Unterhosen weichen. Snow-Volleyball liegt im Trend.

20. März 2019, 10:09

Philipp Zurfluh

Philipp Zurfluh

Baggern, pritschen und smashen: Wer an Beachvolleyball denkt, der assoziiert damit eher Sand, Sonne und Bikini als kalte Temperaturen und Schnee. Doch am Wochenende vom 23. und 24. März 2019 findet auf dem Eventgelände neben der Piazza Gottardo beim Hotel Radisson Blu eine aussergewöhnliche Veranstaltung statt. Die besten Volleyball-Spielerinnen und Spieler kämpfen an den zweiten Snow-Volleyball-Schweizer-Meisterschaften um den Titel und ein Preisgeld von total 1500 Franken. Die erste Austragung ging 2018 am Trübsee in Engelberg über die Bühne. Doch auch Hobbyspieler dürfen sich in Andermatt messen, das Plausch-Turnier steht allen offen.

Für die Organisation des Events ist «Zone B» verantwortlich, eine Agentur aus Bern-Liebefeld. Laut Projektleiter Manuel Rickli sind die Vorbereitungen auf Kurs. «Morgen wird unser Team nach Andermatt reisen und mit dem Aufbau der Infrastruktur beginnen.» Mit Andermatt Swiss Alps habe man einen starken und kompetenten Partner gefunden. «Sie unterstützen uns bei der Umsetzung und helfen aktiv mit», erklärt Manuel Rickli gegenüber unserer Zeitung.

Bei den Anmeldungen hapert es noch

Für das Turnier der Schweizer Meisterschaften haben sich bislang 8 Männer- und 4 Frauenteams angemeldet. Etwas Sorgenfalten bereit die geringe Teilnehmerzahl für das Plausch-Turnier. «Bis jetzt verläuft die Anmeldephase harzig, erst 3 Teams sind dabei», sagt Manuel Rickli. Ob das Plausch-Turnier mit einer geringen Teilnehmerzahl durchgeführt werden kann, könne noch nicht abschliessend gesagt werden. Der Projektverantwortliche hofft, dass bis zum Meldeschluss noch Anmeldungen eintrudeln werden.

Der Ursprung von Snow-Volleyball liegt in den Alpen und wurde in Österreich «erfunden». Das Winter-Resort in Wagrain veranstaltete mehrere Snow-Volleyball-Events, ehe der Österreichische Volleyballverband den Sport 2011 offiziell anerkannte. Dadurch wuchs die Popularität des Sports. Seit 2015 gibt es eine European Tour. Sogar der Volleyball-Weltverband FIVB sieht in dieser jungen Sportart eine grosse Zukunft und macht ernst. Er lanciert nämlich eine Weltserie. Es werden bereits grosse Pläne geschmiedet. 2026 soll Snow-Volleyball olympisch werden.

Geplant ist eine Tour in der Schweiz

Auch in der Schweiz nimmt die Beliebtheit zu. Dies bestätigt Werner Augsburger, Geschäftsführer von Swiss Volley, dem Dachverband des Volleyballsports in der Schweiz. Er wird sich am Sonntag persönlich ein Bild vor Ort machen und an der Rangverkündigung die Medaillen überreichen. Augsburger sagt:

«Es wäre begrüssenswert, wenn es zukünftig in der Schweiz eine Snow-Volleyballtour an mehreren Wintersportdestinationen in der Schweiz geben würde – analog der Coop Beachtour im Sommer.»


Die Chancen stünden gut. Swiss Volley engagiert sich aber im Snow-Volleyball finanziell nur beschränkt. «Beach- und Hallenvolleyball haben klar Priorität», erklärt Werner Augsburger. «Die Sportart wird zukünftig noch mehr an Popularität gewinnen», ist er überzeugt. «Die Sportart kann zukünftig sicher mehr an Popularität gewinnen falls es dem Volleyball-Weltverband FIVB gelingen sollte, Snow Volleyball bei den olympischen Winterspielen fix im Programm zu verankern.» Ob es im Rahmen der Olympischen Jugendspiele in Lausanne 2020 einen Show Event geben wird, ist noch offen.

Mehr Informationen zum Programm gibt es unter www.snowvolleyball.ch


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