Touristiker wollen in Uri mehr Plätze für Camper schaffen

URI ⋅ Campieren wurde in den vergangenen Wochen in Uri zu einem wahren Boom. Nun wird ein Projekt lanciert und im Kanton sucht man nach zusätzlichen legalen Stellplätzen.

02. Juni 2020, 17:24

Markus Zwyssig

Grundsätzlich ist ab dem 6. Juni im touristischen Bereich wieder alles offen. Es muss aber ein entsprechendes Schutzkonzept vorliegen und es gibt verschiedene Einschränkungen sowie die Empfehlung, wenn der nötige Abstand nicht eingehalten werden kann, Schutzmasken zu tragen. Maurus Stöckli, Geschäftsführer von Uri Tourismus, betont denn auch: «Wichtig ist, dass wir den Gästen ein Gefühl von Sicherheit geben können.» Es gäbe ganz unterschiedliche Ansichten und Meinungen, wie man mit dem Thema Coronavirus umgehen wolle. «Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch. Entscheidend ist aber dabei, dass sich bei uns alle wohlfühlen.»

Klar ist, dass die Menschen wieder nach draussen wollen. Das zeigte sich auch über das Pfingstwochenende. Die Parkplätze an den beliebten Urner Ausflugszielen auf den Pässen und in den Wandergebieten waren früh voll besetzt. Auf Schusters Rappen unterwegs zu sein, sei zurzeit sehr beliebt. «Die Leute wollen wieder ins Freie und das schöne Wetter geniessen», so Stöckli. Das sei eine Chance, die man nutzen wolle. Wenn die Seilbahnen wieder Touristen befördern dürfen, bringe das Erleichterungen mit sich. «Auch die Genusswanderer können ihre Wunschziele in der Höhe nun wieder bequem erreichen. Der Bewegungsradius der Gäste wird dank der Seilbahnen wieder grösser, auch wenn sie gewisse Einschränkungen in Kauf nehmen müssen.»

Legale Stellplätze sollen Wildwuchs verhindern

Einen regelrechten Boom macht Stöckli bei den Campern aus. In den vergangenen Wochen hat sich der Kanton Uri offensichtlich zu einem beliebten Ziel entwickelt. «Die Camper sind auf sozialen Medien sehr gut untereinander vernetzt und geben Tipps weiter.» Uri Tourismus reagiere nun auf die erhöhte Nachfrage mit dem Projekt «Urner Outdoorsommer 2020», sagt Stöckli. Dieses sei dank der Unterstützung durch die neue Regionalpolitik und der Dätwyler Stiftung innert kurzer Zeit auf die Beine gestellt worden. Gäste, welche vorwiegend aus der Schweiz erwartet werden, sollen auf legalen Stell- und Campingplätzen Halt machen. Das Projekt soll aber auch dazu beitragen, einen Wildwuchs beim Campen zu verhindern.

«Wir sehen die aktuelle Krise als Chance», gibt sich Stöckli überzeugt. «Gäste können sich dank der temporären Stellplätze bei uns auf Entdeckungsreise begeben und die Vielseitigkeit des Kantons kennen lernen.» Und das Ganze soll sich auch finanziell auszahlen. «Denn je länger Gäste im Kanton Uri verweilen, desto mehr Ausgaben tätigen sie vor Ort», sagt Stöckli. Davon sollen auch lokale Leistungsträger wie Restaurants, Bergbahnen und Erlebnisanbieter profitieren. «Uri bietet eine grosse Vielfalt zwischen Berg und See auf kleinem Raum.»

Das Konzept steht. Nun geht es in einem nächsten Schritt darum, mögliche zusätzliche Stellplätze zu finden. Sie sollen diesen Sommer angeboten und von Gästen genutzt werden können. Mehrere Gespräche haben gemäss Stöckli bereits stattgefunden. Die Plätze können auf Gemeindegebiet, Korporationsboden oder auch auf Grundstücken von Privaten wie beispielsweise Landwirten liegen. Falls das Angebot rege genutzt wird, soll es auch im Herbst angeboten werden.

Plätze am See dürften besonders begehrt sein

«Die Menschen sind wieder stolz darauf, im eigenen Land Ferien zu machen», sagt Stöckli. Er ist überzeugt, dass in Uri diesen Sommer insbesondere auch die Plätze am See besonders begehrt sein werden. Im Kanton gebe es zwar viele Möglichkeiten zum Baden, trotzdem müsse man aber angesichts der vielen Badebegeisterten, welche sicherlich auch von ausserhalb des Kantons Uri kämen, tolerant sein. Für Stöckli ist klar: «Wir wollen keine Gäste abweisen.»

Uri Tourismus setzt bei den verschiedenen Angeboten auf Nachhaltigkeit. Was man mit den doch eher beschränkten Mitteln bewerbe, davon wolle man auch im kommenden Jahr profitieren. «Es wird eine grosse Herausforderung sein, den verschiedenen Kundenwünschen gerecht zu werden.» Denn Stöckli ist klar: «Wir können und wollen aufgrund der vorhandenen limitierten Infrastruktur nicht die grossen Massen anziehen.» Anders präsentiere sich die Ausgangslage im Tourismusresort Andermatt. «Für den erfolgreichen Betrieb der vielfältigen Angebote sind hohe Frequenzen notwendig und diese müssen auch entsprechend beworben werden», sagt Stöckli.

Schutzkonzept für Dorfrundgänge mit 25 Personen wird erarbeitet

Alle grossen Events wie die Tellspiele in Altdorf, das Freilichtspiel Madrano in Bristen oder das Tonart-Festival in Altdorf wurden aufs nächste Jahr verschoben. Die Touristiker setzen bei den kulturellen Angeboten aber nun vor allem auf die verschiedenen Museen, die wieder geöffnet sind. Stöckli erwähnt auch die Dorfrundgänge in Altdorf, welche grundsätzlich mit bis zu 25 Personen möglich seien. Zurzeit geht es aber noch darum, ein entsprechendes Schutzkonzept auszuarbeiten.


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