Grossraubtier-Gegner pochen auf den Bund

URI ⋅ An der GV der Vereinigung zum Schutz von Jagd- und Nutztieren vor Grossraubtieren (VSvGZ) wurde das klare Abstimmungsergebnis aus dem Kanton Uri positiv herausgestrichen. Nationalrat Thomas Aeschi referierte zum Thema Grossraubtiere.

18. Februar 2019, 14:25

Paul Gwerder

Am vergangenen Freitag trafen sich 64 Mitglieder der Vereinigung zum Schutz von Jagd- und Nutztieren vor Grossraubtieren (VSvGZ) zur 2. Generalversammlung. Die Versammlung fand in Neuheim (ZG) statt. Einleitend sagte Co-Präsident Franz Püntener aus Erstfeld: «Die deutliche Annahme der Grossraubtier-Initiative hat gezeigt, dass der Kanton Uri betroffen ist.» Damit habe man ein sehr deutliches Zeichen gegenüber Bundesbern gesetzt. Man erwarte nun, dass der Nationalrat der Jagdgesetzrevision zustimmt. «Denn danach haben die Kantone mehr Kompetenzen in Sachen Grossraubtiere», glaubt Püntener.

Er forderte Politiker, bäuerliche Verbände sowie die Jäger auf, ebenfalls Aktionen gegen die Grossraubtierproblematik zu starten und so damit zu sorgen, dass der Lebensraum weiterhin lebenswert bleibe. Enttäuscht zeigte sich der Co-Präsident darüber, dass die nationalen Medien das tolle Abstimmungsergebnis aus dem Kanton Uri totgeschwiegen hätten. «Wir müssen die Grossraubtierproblematik beim Volk sichtbar machen, indem wir uns in den Medien und Podiumsgesprächen dazu äussern», meinte Ruedi Fässler, der andere Co-Präsident der VSvGZ. Er zeigte anhand einer Statistik auf, dass die Wolfssichtungen und Risse im vergangenen Jahr weiterhin für grosse Probleme bei den Nutztierhaltern gesorgt hätten und er gab den Schafzüchtern den Rat, bei Rissen von Nutztieren sofort den Wildhüter zu verständigen.

Vorstand bleibt unverändert

Bei der VSvGZ stellen sich sämtliche Vorstandsmitglieder für zwei weitere Jahre zur Verfügung. Es sind dies: Carolina Rüegg (LZ), Felix Jauch (UR), Theo Zurfluh (UR), Erwin Dahinden (LZ), Alois Föhn (SZ), Walter Bürgi (OW), Thomas Niederberger (NW) und Roger Frei (ZG). Die beiden Co-Präsidenten Ruedi Fässler und Franz Püntener sind noch für ein Jahr gewählt. Eine positive Bilanz konnte Kassier Felix Jauch vorweisen. Er konnte den Mitgliedern einen Überschuss von 6214 Franken präsentieren. Der Verein zählt heute 470 Mitglieder.

Zum Thema Grossraubtiere referierte am Freitagabend der Zuger SVP-Nationalrat Thomas Aeschi. «Seit 2005 wandern in regelmässigen Abständen Bären aus dem Trentino in die Schweiz, wo es für diese Tiere kein Ansiedelungsprojekt gibt», sagte Aeschi. Ein grosses Problem sei der Wolf. «Aktuell leben vier Wolfsrudel und etwa 50 Wölfen in der Schweiz, Tendenz steigend. Wölfe richten bei den Nutztierhaltern grosse Schäden an, denn sie reissen Schafe und Ziegen, können aber auch kleine Rinder und Fohlen angreifen», betonte Aeschi. Er kam auch auf den Luchs zu sprechen. «Die Präsenz von Luchsen führt immer häufiger zu Konflikten mit Jägern und Kleinviehhaltern.»

Herdenschutzhunde stellen Gefahr für Wanderer und Touristen dar

Laut dem Politiker sei der Herdenschutz für die Nutztierhalter keine Alternative, denn die Schutzzäune würden in den Alpen und im steilen Gelände die Tiere nicht ausreichend vor dem Wolf schützen können. Und die Anschaffung von Herdenschutzhunden sei zeitaufwendig. Zudem seien diese Tiere eine Gefahr für Wanderer und Touristen.

Das neue Jagdgesetz wird am 8. März im Nationalrat beraten. Mit der Teilrevision soll unter anderem die Möglichkeit zur Regulierung von Wolfsbeständen innerhalb des Rahmens der Berner Konvention möglich sein. Darin schlägt der Bundesrat vor, dass die Kantone nach Anhörung des Bundesamts für Umwelt zum Beispiel eine Bestandesregulierung bei den Wölfen vom 1. September bis Ende März vornehmen könnten.


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