Für Korporationsbürger soll es statt einem «Fyyfliber» Gratistickets geben

URI ⋅ Bisher gab es als Bürgernutzen Geld. In Zukunft sollen Korporationsbürger von diversen Aktionen profitieren, in Form einer Tageskarte für eine Seilbahn- oder Schifffahrt. Die neuen Bestimmungen sollen in einem Gesetz festgehalten werden.

18. Februar 2019, 05:10

Jeder Bürger der Korporation Uri erhält heute einen Zustupf fürs Portemonnaie. Der Bürgernutzen beträgt in der Regel 5 Franken. In früheren Jahren wurde auch schon ein höherer Geldbetrag ausbezahlt. Der Engere Rat der Korporation Uri will den Bürgernutzen bei gutem Geschäftsgang beibehalten. Anstelle eines «Fyyflibers» soll es aber neu Bürgeraktionen geben. Der Engere Rat der Korporation Uri denkt beispielsweise an ein Kombibillett für die Luftseilbahnen Eggberge, Ruogig, Biel und Ratzi oder eine Tageskarte auf dem Urnersee inklusive Fahrt mit der Treib-Seelisberg Bahn. Aber auch weiterhin soll es möglich sein, beispielsweise bei einem Jubiläum einen Korporationsnutzen in bar auszuzahlen. Diese Option will sich der Engere Rat offen halten.

Aufgrund von Abklärungen zu den genannten zwei Beispielen rechnet der Engere Rat bei Bürgeraktionen mit einem finanziellen Aufwand von zirka 60’000 Franken pro Jahr.

Was nicht gebraucht wird, bleibt der Bürgergemeinde

Weil in den vergangenen Jahren jeweils nicht der gesamte Korporationsnutzen abgeholt wurde, verblieb eine Summe bei den Korporationsbürgergemeinden als zweckgebundener Beitrag für den Wald. Der Engere Rat will künftig jeweils einen Beitrag von 100’000 Franken ins Budget aufnehmen. Den Differenzbetrag zu den Kosten der Bürgeraktion wird der Engere Rat den Korporationsbürgergemeinden weiterhin zur Verfügung stellen, wie dies in der Vernehmlassung gewünscht worden war.

Der Gesetzesentwurf war den 17 Korporationsbürgergemeinden zur Vernehmlassung unterbreitet worden. Dabei haben sich 8 Korporationsbürgergemeinden für den Systemwechsel ausgesprochen. 9 Korporationsbürgergemeinden waren dagegen. 10 Korporationsbürgergemeinden bemängelten den finanziellen Verlust mit der neuen Regelung. Darunter befanden sich vor allem jene Gemeinden, in denen der Korporationsnutzen weniger abgeholt wurde.

Zurzeit ist der Korporationsnutzen über eine Verordnung geregelt. Der Engere Rat will jedoch die neuen Bestimmungen in einem Gesetz festhalten. Der Korporationsrat Uri berät an seiner Sitzung vom Freitag, 22. Februar, über den Gesetzesentwurf. Definitiv entschieden wird an der Korporationsgemeinde am 5. Mai auf dem Lehn in Altdorf.

Der Korporationsrat macht an seiner Sitzung auch Vorschläge für die Wahlen an der Korporationsgemeinde. Rolf Infanger, Silenen, stellt sich zur Wiederwahl als Präsident der Korporation Uri. Vizepräsident Peter Ziegler tritt nicht mehr zur Wahl an. Korporationsverwalter Kurt Schuler stellt sich als Korporationsvizepräsident zur Verfügung. Als neuer Korporationsverwalter kandidiert Allmendaufseher Lukas Wyrsch, Attinghausen.

Sonderallmend soll aufgehoben werden

Die Sonderallmend Oberfeld-Gampelen auf dem Haldi soll aufgehoben werden. Die Korporationsbürgergemeindeversammlung von Schattdorf beantragt mit ihrem Entscheid vom 27. April 2017, die Sonderallmend Oberfeld und Gampelen in die Verwaltung der Korporation Uri zurückzugeben. Sie verzichtet auf die ihnen zustehenden Sonderrechte. Aus diesem Entscheid lässt sich schliessen, dass ebenfalls eine geänderte Nutzungsform gewünscht wird, nachdem der Entscheid der Versammlung vom 24. November 2016 umgestossen wurde. Der Korporationsrat Uri berät über eine entsprechende Änderung der Verordnung und verabschiedet sie ebenfalls zu Handen der der Korporationsgemeinde.

Schuler soll neu Einsitz im Verwaltungsrat nehmen

An der Sitzung des Korporationsrats Uri steht die Nomination eines Mitglieds in den Verwaltungsrat der Kraftwerk Gurtnellen AG an. Peter Ziegler, Flüelen, vertritt zurzeit die Korporation Uri als Vizepräsident im Verwaltungsrat der Kraftwerk Gurtnellen AG. Aus Altersgründen tritt er nun zurück. An der Generalversammlung vom 25. März 2019 finden Gesamterneuerungwahlen statt. Zur Wahl in den Verwaltungsrat der Kraftwerk Gurtnellen AG wird Korporationsverwalter Kurt Schuler, Altdorf, vorgeschlagen.

Der Firma Walker’s Söhne GmbH auf dem Urnerboden soll die Konzession zur Entnahme von Sand und Kies aus dem Fätschbach im Gebiet Rotes Ried /Unterst Wang, Urnerboden, befristet bis Ende 2025 verlängert werden. Weil sich die bisherige Kiesentnahme aus dem Fätschbach innerhalb der Moorlandschaft befindet, soll ein geordneter Rückzug angestrebt werden. Der Rückbau und die Rekultivierungsmassnahmen erfolgen in Zusammenarbeit mit den zuständigen kantonalen Ämtern und der Korporation Uri.

Der Korporationsrat Uri trifft sich am Freitag, 22. Februar, 8.30 Uhr im Rathaus Altdorf zu seiner Sitzung.


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