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Luzern

Urban Frye will Luzerner Stadtpräsident werden

Der ehemalige Grünen-Politiker bewirbt sich für die Exekutive der Stadt Luzern. Der heute Parteilose will den Links-Rechts-Graben aufbrechen.
Der parteilose Kantonsrat Urban Frye.
Bild: Bild: zvg

Beim Wahlkampf in der Stadt Luzern kommt es zu einer handfesten Überraschung: Der parteilose Kantonsrat Urban Frye kandidiert als Stadtrat und Stadtpräsident. Frye geriet Ende September 2023 in die Schlagzeilen, weil er aus der Grünen Partei austrat . Seither politisiert der Stadtluzerner als Parteiloser im Kantonsparlament. Frye will seine Kandidatur am Montagmorgen offiziell einreichen, schreibt er in einer aktuellen Mitteilung.

«Für eine ausgewogene Stadtregierung braucht es eine unabhängige Stimme, die frei von Ideologien die Zukunft der Stadt gestaltet», begründet Frye seine Kandidatur. Ein parteiloser Stadtrat sei «unabhängig von einer Parteifraktion» und könne «losgelöst von ideologischen Brillen vernünftige, ausgewogene Lösungen bewirken», schreibt der 62-Jährige weiter.

Auch die Wahl des Stadtpräsidiums sei derzeit eine «ideologische Frage». Es bestehe lediglich die Wahl zwischen dem bisherigen Beat Züsli (SP) auf der links-grünen Seite und dem Herausforderer Stefan Sägesser (GLP) auf der bürgerlichen Seite. Frye hingegen wolle sich «zwischen den beiden politischen Lagern» mit all seinen «Kräften für das Gesamtwohl der Stadt Luzern» einsetzen. Er sei keiner Partei verpflichtet, sondern allen Bewohnerinnen und Bewohnern von Luzern. Er verweist auf die ehemaligen Stadtpräsidenten Franz Kurzmeyer und Urs W. Studer, die beide dem «dem Gesamtwohl der Stadt verpflichtet» gewesen seien.

Er will der Bevölkerung eine «echte Wahl» ermöglichen

Auf Anfrage sagt Frye, er wolle im Falle seiner Wahl mindestens zwei Legislaturen – also acht Jahre – anstreben. Hauptgrund für seine Kandidatur sei die Tatsache, dass er in der Stadtluzerner Politik eine Blockbildung zwischen links und rechts wahrnehme. Dieses wolle er aufbrechen und der Bevölkerung eine «echte Wahl» ermöglichen.

Wieso verkündet Frye seine Kandidatur ausgerechnet jetzt, wo die Parteien ihre Listen bereits definiert haben? «Da ich parteiunabhängig bin, habe ich bewusst keine Listenverbindungen angestrebt», hält er fest. «Ich empfehle den Wählerinnen und Wählern ohnehin das Ausfüllen einer Blankoliste – mit zwei Linken, zwei Rechten und mir dazwischen.»

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