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Zug

Über 1300 Zuger biken ins Büro

Seit 15 Jahren gibt es die Aktion «Bike to work» von Pro Velo Schweiz. Mittlerweile engagieren sich auch rund 50 Betriebe aus den Kanton Zug. Bis Ende Mai können sich Unternehmen noch anmelden.
Patrick Zgraggen, Geschäftsleitungsmitglied der Geozug Ingenieure, fährt regelmässig mit dem Velo von Menzingen nach Baar zur Arbeit. (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 5. April 2019))

Laura Sibold

Nach dem kurzen, aber heftigen Wintereinbruch von vergangener Woche dürften sie als Nächstes kommen: die Velotage. Die Temperaturen pendeln nun um angenehme 15 Grad – für so manchen wohl ein Anlass, das verstaubte Velo aus dem Keller zu holen. Genau das will die Aktion «Bike to work» von Pro Velo Schweiz erreichen. Seit 2005 strampeln im Mai und Juni jeweils Tausende Schweizer zur Arbeit, darunter auch viele Zugerinnen und Zuger.

Eine Firma aus dem Kanton Zug, die zum neunten Mal bei «Bike to work» mitmacht, ist die Geozug Ingenieure AG aus Baar. 2018 sind die 16 teilnehmenden Mitarbeiter an über 80 Prozent der Arbeitstage mit dem Velo zur Arbeit gefahren und haben über 2100 Kilometer zurückgelegt.

Teamgedanke ist wichtiger als die Distanz

Die Idee zur Teilnahme kam Geschäftsleitungsmitglied Patrick Zgraggen – wie sollte es anders sein – auf dem Velo. Der Präsident des Veloclubs Menzingen fährt laut eigenen Angaben rund 100 Mal im Jahr mit dem Velo zur Arbeit, strampelt morgens von Menzingen nach Baar und abends den Berg hinauf zurück. «Mir hat es immer geholfen, nach der Arbeit den Kopf auf dem Velo durchlüften zu können und mich zu bewegen. Also haben wir das in der Firma ausprobiert», sagt Zgraggen. Seit 2011 fahren rund 40 Prozent der Mitarbeiter im Juni im Rahmen von «Bike to work» mit dem Velo zur Arbeit. Die Distanz sei dabei unterschiedlich, einige hätten nur knapp einen Kilometer zurückzulegen, während es bei anderen deutlich weiter sei. So habe ein Mitarbeiter in einem Monat regelmässig die Strecke von der Stadt Luzern nach Baar auf sich genommen. «Uns geht es aber mehr um den Teamgedanken und darum, dass wir gemeinsam etwas erreichen, als um die Distanz», betont der Menzinger. Im ersten Jahr habe ein Abteilungsleiter, der sonst immer mit dem Auto zur Arbeit kam, nur dank der Motivation der Gruppe mitgemacht. «Der Mitarbeiter bekam ein E-Bike von uns und wurde auf dem Arbeitsweg von Rotkreuz nach Baar von der ganzen Abteilung begleitet», erinnert sich Zgraggen schmunzelnd.

Die Baarer Geozug Ingenieure AG ist bei weitem nicht das einzige Unternehmen, das sich im Rahmen von «Bike to work» abstrampelt. 2005 startete das Projekt national mit 20 Betrieben und 1600 Teilnehmenden der Migros. 2018 nahmen bereits 2114 Betriebe und 64 680 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teil. Gemeinsam fuhren die Teilnehmer mehr als 15 Millionen Kilometer mit dem Velo zur Arbeit. Im Kanton Zug ist das Projekt laut Adrian Freiburghaus von Pro Velo Schweiz noch nicht so bekannt. «Unsere Erfahrung ist, dass im Kanton Zug viele Betriebe die Aktion noch nicht kennen.» In Zug startete «Bike to work» erst 2007 mit 24 Betrieben. Die Zahl der teilnehmenden Firmen aus Zug stieg bis 2012 kontinuierlich auf 53, um danach wieder zu sinken. Im vergangenen Jahr machten 49 Zuger Betriebe mit insgesamt etwas über 1300 Mitarbeitern mit – darunter der Roche Angestelltenverband Sektion Innerschweiz mit 290 Personen, das Zuger Kantonsspital mit 91 Personen, die Schule Sonnenberg mit 67 oder die V-Zug AG mit 61 Personen.

Die Aktion habe sich national als Gesundheitsförderungsaktion für Unternehmen etabliert, bestätigt Matthias Aebischer, Präsident von Pro Velo Schweiz. «Viele Firmen investieren vermehrt ins Velo als Mobilitätsmittel, da es positive Effekte auf die Gesundheit der Mitarbeitenden, Sparpotenzial in der Infrastruktur und eine effiziente Mobilität innerhalb von Agglomerationen mit sich bringt.» Für die Zukunft hoffe man, dass sich noch mehr Zuger Betriebe beteiligen.

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