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Zentralschweiz

Tschüss Schnee – «für Weihnachten sehe ich grün»

Aktuell ist die Zentralschweiz ein weisses Winterwunderland. Bald wird daraus ein graues Pflotschgebiet. Und für Weihnachten malt der oberste Wetterfrosch schwarz.
Hellblau und schneeweiss: Am Wochenende glich Luzern einer Märlistadt. Zu Weihnachten werden die Farben wechseln ...
Bild: Bild: Roman Loeffel (Luzern 3. 12. 2023)

So schön weiss war es schon lange nicht mehr: Die ganze Zentralschweiz war die letzten Tage ein einzig Winterwunderland, wovon auch zahlreiche Bilder von romantischen Schneelandschaften zeugten, die unserer Redaktion zugeschickt wurden. Schön, wurde der Schnee so gefeiert, denn bald dreht der Wind: Die Temperaturen steigen laut SRF Meteo in den nächsten Tagen über den Taupunkt.

Bucheli sieht «grün» für das diesjährige Weihnachtswetter

SRF-Chefmeteorologe Thomas Bucheli empfiehlt der Luzerner Bevölkerung denn auch, den Schnee in der Stadt «jetzt noch zu geniessen». In der Nacht auf Mittwoch könne es zwar nochmals schneien, ob der Schneefall aber bis in die tieferen Regionen - und somit auch in die Stadt Luzern - reicht, sei anzuzweifeln. «Ende der Woche aber wird sich der Schnee dann sicher verabschieden», sagt Bucheli. Wegen wärmeren Luftschichten und somit Tagestemperaturen, die sich ständig über den Schmelztemperaturen bewegen, werde der Frost schwinden. Der Niederschlag nächste Woche werde sein Übriges dazu beitragen.

SRF-Chefmeteorologe Thomas Bucheli.
Bild: Bild: Alex Spichale (16. 8. 2023)

Doch wie steht es um eine weisse Weihnacht im 2023? Bucheli sieht «grün oder beziehungsweise schwarz», sagte er auf Anfrage der Luzerner Zeitung. Immerhin, einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es: Eine solche Voraussage könne nur «oraklös» getroffen werden. «Weihnachten ist noch weit weg. Einen Kälteeinbruch kann man nicht voraussehen und kann es immer noch geben.»

Weisse Weihnachten immer unwahrscheinlicher

Allerdings: Schnee an Weihnachten sei ein eher seltenes Ereignis, erklärt Bucheli. So liege die Wahrscheinlichkeit für eine weisse Weihnacht allgemein bei etwa 30 Prozent. Und in Zukunft würden weisse Weihnachten als Folge des Klimawandels noch unwahrscheinlicher.

Besonders heisse und lange Perioden häuften sich in den Klimastatistiken der letzten Jahre, während besonders kalte Tage seltener wurden. Zwangsläufig wird somit auch der Schnee an Weihnachten weniger wahrscheinlich. Zudem halten die Kaltperioden weniger lange an, sagt Bucheli: «Die Situation, dass wir einen Monat lang durchgehend Minustemperaturen haben, wird in der Zukunft sehr unwahrscheinlich.»

Wetterphänomen mit Tradition könnte sich wiederholen

Das sogenannte «Weihnachtstauwetter» sei ein meteorologisches Phänomen mit Tradition. Wenn dieses eintritt, gibt es anfangs Dezember kalte Tage mit Schnee, welchen dann erhöhte Temperaturen folgen. Der Schnee taut also gleich vor Weihnachten wieder weg. Dies sei in unseren Breitengraden «vielfach beobachtet» und ist einer Südwest- bis Westströmung im Alpenraum geschuldet, so der Meteorologe.

Eher hohe Temperaturen seien also nicht grundsätzlich aussergewöhnlich im zwölften Monat. Er erklärt: «Unsere Troposphäre befindet sich im Dezember noch im Herbst-Winter-Wechsel, erst im Januar wartet dann der wirkliche ‹Hochwinter›.»

Und bis dann lässt sich auch dieses Jahr nur auf das Schneewunder einer Winternacht an Heiligabend hoffen.

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