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Nidwalden

Steiler Aufstieg für Nidwaldner Drum'n'bass-Label

Am Freitag findet im Jugendkulturhaus Senkel eine «Label-Night» statt. Ein Fest für alle Fans der elektronischen Musik – und eine Feier für ein international nominiertes Team von Nidwaldnern.
Das Label «Drum Army» hat sich innert kürzester Zeit einen Namen gemacht und heizt mit seiner Musik dem Partyvolk jeweils tüchtig ein. (Bild: Bilder: PD)
Ein DJDas Label "Drum Army" hat sich zum Ziel gesetzt, die Stilrichtung «Drum and Bass» und «Jungle» in der Zentralschweiz zu fördern.Bild: PD

Jana Avanzini

Jana Avanzini

Es ist ein Auf und Ab mit den Trends im Musikbusiness. Gerade erst wurde die Musikrichtung Drum’n’Bass medial zu Grabe getragen, schon geht es wieder bergauf. In Nidwalden ist die Szene seit den Neunzigerjahren eine der schweizweit aktivsten. Konstant gibt es DJs und Produzenten, Partys und Crews, die sich der elektronischen Musik verschrieben haben und offensichtlich auch eine ganze Reihe von jungen Menschen, die immer wieder nachrücken. Bester Beweis: ein junges Label, das international erfolgreich Akzente setzt. Es hat sich zum Ziel gesetzt, die Stile Drum’n’Bass und Jungle in der Zentralschweiz zu fördern. «Wir wollen vor allem auch Schweizer Musikproduzenten unterstützen und ihnen bestenfalls ein Sprungbrett in die internationale Szene bieten», erklärt Luca Balli, Kopf des Labels «Drum Army».

Der 22-jährige Grafikdesign-Student wurde vor wenigen Jahren selbst vom Konsumenten zum Produzenten. Andere auf diesem Weg zu bestärken und zu fördern, gelingt offenbar mit grossem Erfolg. «Die letzten Monate waren surreal», sagt Luca Balli über sein erstes Jahr mit dem Label. Die grösste Überraschung: Die Nidwaldner sind für den diesjährigen internationalen «Drum’n’Bass-Arena-Award» in der Kategorie «Best New Label» nominiert. «Am 12. Dezember sind wir in London an der Preisübergabe im Youtube-Hauptquartier», freut sich auch Emanuel Buholzer, Vereinspräsident der «Drum Army». Der 20-jährige Informatiker ist, genau wie Balli, mit Drum’n’Bass aufgewachsen und auch selbst DJ und Produzent.

Das Wachstum geht fast zu schnell voran

Im vor drei Jahren gegründeten Verein engagieren sich mittlerweile fast 20 Personen. Doch das Label «Drum Army» schmeissen die in Stans aufgewachsenen Balli und Buholzer mit zwei Kollegen seit einem Jahr zu viert. Und das mit vollem Einsatz. Mit rund 40 Produzenten, DJs und unzähligen Veranstaltern arbeiten sie dabei zusammen. Ein zeitintensives Hobby. Mehrere Stunden investieren beide pro Woche. Ein grosser Teil davon geht für Feedback an Produzenten drauf: Anhören, Rückmelden, Weiterentwickeln. Doch mit mittlerweile einer Veröffentlichung pro Monat hat die Arbeit für das Label Dimensionen angenommen, bei denen die vier Nidwaldner über die Bücher müssen. «Wir können nicht in diesem Tempo weiterwachsen. Dafür fehlen uns auf der einen Seite die Kapazitäten, auf der anderen stellt sich auch die Frage, wie kommerziell und gross wir überhaupt werden wollen», so Buholzer. Bei den Produzenten hingegen, die zu ihrem Label passen könnten, sind sich er und Balli meist schnell einig. Nicht zu poppig, nicht zu hart und auf keinen Fall 08/15 sollen die Songs sein. Dafür arbeiten sie sowohl mit etablierteren Produzenten, als auch mit ganz jungen Künstlern zusammen. Und damit spinnt sich das Netz immer weiter, vor allem international.

«Die Drum’n’Bass-Szene ist im Gegensatz zu anderen elektronischen Musikrichtungen relativ klein und gerade deswegen auch über die Landesgrenzen hinaus wie eine grosse Familie», so Luca Balli. In der Zentralschweiz sei nur eine Handvoll Labels unterwegs und in Nidwalden stehen nebst der Drum Army die Crews TBIBT und Bamms und die Drum Army in der vordersten Reihe. Dahinter existiert die ältere Generation von DJs und Produzenten, die nicht mehr gleichermassen aktiv sind.

In Stans, wo für die «Drum Army» alles angefangen hat, laden sie diesen Freitag zur «Label-Night». Internationale und lokale Produzenten des Labels kommen zusammen. Für nächstes Jahr ist eine Tour geplant hin zu den internationalen Hochburgen des Drum‘n’Bass. Ob Nidwalden offiziell dazugehört, darüber streitet man sich noch.

«Label-Night» der «Drum Army»: Freitag, 23. November, 22 Uhr, Senkel Stans. Eintritt 15 Franken, Ticketverkauf ab 21.45 Uhr.

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