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Energiemangel

So will der Gemeinderat Baar Energie sparen

Weniger Weihnachtsbeleuchtung, tiefere Temperaturen in Innenräumen und ein achtsamer Umgang mit elektrischen Geräten: Mit diesen und weiteren Massnahmen will der Gemeinderat Baar Energie einsparen.

Die Temperatur in den Innenräumen der Baarer Gemeindeverwaltung und Schulen wird um zwei Grad Celsius gesenkt, um Energie zu sparen. 
Bild: Bild: Stefan Kaiser Baar, 22. November 2018)

Mit der Kampagne «Energie ist knapp. Verschwenden wir sie nicht» will der Bund einer drohenden Energiemangellage begegnen. Er ruft die öffentliche Hand, Firmen und Privatpersonen auf, Energie zu sparen, um Engpässe im Winter zu vermeiden. Die Gemeinde Baar will ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die das Energiesparpotenzial geprüft und dem Gemeinderat mögliche Massnahmen vorgeschlagen hat. Das geht aus einer Mitteilung der Einwohnergemeinde hervor.

Dieser hat nun ein umfassendes Energiesparprogramm beschlossen. Die spürbarste und gleichzeitig wirksamste Sparmassnahme ist die Temperatursenkung in Innenräumen um 2 °C. Alle Verwaltungs- und Schulgebäude werden nur noch auf 20 °C geheizt. Zudem erhalten alle Lehrpersonen und Verwaltungsmitarbeitenden ein Merkblatt mit Hinweisen, wie mit einfachsten Mitteln im Büro- und Schulalltag Strom gespart werden kann.

So werden die Angestellten angehalten, Lichter konsequent zu löschen, Drucker, Bildschirme und weitere elektrische Geräte über Nacht und am Wochenende vom Strom zu trennen und Fenster nach dem Lüften wieder zu schliessen. Ebenso sollen – wo dies möglich ist – die Storen über Nacht und über das Wochenende geschlossen werden, um die Wärme besser im Gebäude zu halten.

Weihnachtsbeleuchtung wird um 22 Uhr ausgeschaltet

Sparpotenzial sieht der Gemeinderat auch in der Beleuchtung. So werden in Randzeiten unnötige Beleuchtungen in den Verwaltungs- und Schulgebäuden ausgeschaltet oder reduziert. In den Autoeinstellhallen werden dort, wo sie nicht bereits vorhanden sind, Bewegungsmelder eingebaut und das Licht gedimmt. Der Ersatz älterer Leuchtmittel durch energieeffiziente LED-Lampen wird forciert. An der Beleuchtung im öffentlichen Raum wird aus Sicherheitsgründen festgehalten.

Die Weihnachtsbeleuchtung hingegen wird laut Mitteilung weniger lang brennen. Die Betriebszeiten werden auf die paar Stunden vom Einbruch der Dämmerung bis 22 Uhr beschränkt. Danach und auch in den Morgenstunden wird auf die Einschaltung verzichtet.

«Ein kompletter Verzicht scheint uns nicht verhältnismässig», wird Gemeindepräsident Walter Lipp zitiert. «Die Weihnachtsbeleuchtung gehört in der dunklen und kalten Jahreszeit für viele dazu.» Deshalb wird auch der grosse Weihnachtsbaum auf dem Platz vor dem Gemeindehaus aufgestellt – und abends wie auch am Morgen beleuchtet sein.

Das Schwimmbad bleibt geöffnet

Normal geöffnet bleibt gemäss Mitteilung das Hallen- und Freibad Lättich. Dieses wird mit Holzschnitzeln beheizt, für den Betrieb sind aber auch zahlreiche elektrisch betriebene Pumpen und weitere Gerätschaften nötig. Ein reduzierter Betrieb ist aber kaum möglich. Das Bad müsste ganz geschlossen werden. «So weit möchten wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht gehen», betont Gemeindepräsident Walter Lipp. «Für den Schwimmunterricht, für den Schwimmverein, aber auch für alle sportbegeisterten Baarerinnen und Baarer hat das Bad eine grosse Bedeutung.»

Auch an der Durchführung der Chilbi und des Christchindli-Märts will der Gemeinderat in der gewohnten Form festhalten. «Nach der Coronapause möchten wir das gesellschaftliche Leben in unserer Gemeinde nicht erneut unterbinden», sagt Walter Lipp.

Sollte sich die Situation zuspitzen, würde der Gemeinderat eine Schliessung des Schwimmbads, Veranstaltungsabsagen und weitere einschneidende Massnahmen neu diskutieren. Ebenso steht er im Austausch mit den anderen Zuger Gemeinden und dem Kanton, um die Massnahmen miteinander zu koordinieren. (haz)

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